Heiner Schmitz ist gestorben

KEMPEN : Marktandacht im Gedenken an Heiner Schmitz

Vor allem in Kamperlings trauen die Menschen um den Geistlichen, der dort in den 1990er-Jahren viel bewegt hat.

Die Nachricht vom Tod von Heiner Schmitz bewegt auch in Kempen viele Christen. Nach kurzer schwerer Erkrankung ist der frühere Pfarrer von St. Josef in Kamperlings im Alter von 63 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit allzu früh gestorben. Domkapitular Schmitz war zuletzt Regionalvikar der Region Krefeld.

Vor allem viele Kamperlingser trauern um Schmitz. Denn er war aufgrund seines freundlichen, stets jedem Menschen zugewandten Wesens sehr beliebt in der katholischen Pfarrgemeinde St. Josef, in der er von 1990 bis 1998 gewirkt hat. Im Altarraum von St. Josef am Eibenweg brennt derzeit eine Kerze zum Gedenken an den Verstorbenen. Das Marktgebet am heutigen Freitag, 10. Mai, um 11 Uhr in der Kempener Propsteikirche St. Marien wird Schmitz gewidmet.

Heiner Schmitz wurde am 30. März 1956 in Aachen geboren und 1984 von Bischof Klaus Hemmerle in Aachen zum Priester geweiht.  Am 1. Oktober 1987 wurde er Kaplan in der damaligen Vikarie St. Josef in Kamperlings. Von Anfang an galt sein besonderes Augenmerk den Kindern und Jugendlichen sowie den vielen jungen Familien in dem damals größer werdenden Wohnviertel. Rege begleitete er auch den Neubau der Kirche und deren Ausgestaltung.

1990 übernahm er die Pfarrstelle von Manfred van Holtum, der nach Aachen zum Dienst in der Diözesanverwaltung wechselte. Schmitz blieb, bis er selbst am 2. November 1998 nach Aachen ging, um dort die Leitung der Hauptabteilung Gemeindearbeit zu übernehmen. Von März 2002 bis März 2017 war er Leiter der Hauptabteilung Pastoralpersonal, seit 2003 auch stellvertretender Generalvikar. Im April 2004 wurde er zum Residierenden Domkapitular im Kapitel der Kathedralkirche Aachen ernannt. Im September 2018 ernannte Bischof Helmut Dieser ihn zum Regionalvikar der Region Krefeld. 

Während seiner Zeit in Kamperlings entstanden in der katholischen Gemeinde viele neue Dinge. Schmitz förderte beispielsweise den Jugendchor und die Musikbands der jungen Gemeindemitglieder. Dafür ging er auch schon einmal ungewöhnliche Wege, wenn er zum Beispiel den Kirchenraum für Proben des Jugendchores frei machte. Dann fand halt schon einmal der Gottesdienst im Pfarrzentrum statt. Ganz wichtig war Schmitz auch die Einbindung von Laien ins Gemeindeleben. Er lud zur aktiven Mitarbeit ein – auch in Zeiten, wo dies noch nicht immer im Bistum auf Wohlgefallen traf. Ob Kirchbauverein oder Gemeinderat, er war immer für die Ideen der Gemeindemitglieder in Kamperlings offen. Vieles von dem, was Heiner Schmitz angestoßen und befördert hat, lebt noch heute in der Gemeinde fort. Immer noch haben hier neue, moderne, oft auch sehr spirituelle Gottesdienstformen ihren Platz. Man verbindet heute noch mit Schmitz auch die Zeit, die er sich stets für intensive Gespräche nahm. Er gab einem das gute Gefühl, dass ihm jeder auf seine Art und Weise wichtig war. Gleichzeitig verstand er es auch immer, die älteren Mitglieder der Pfarre in das gemeinsame Leben einzubinden. Bezeichnend war für ihn, dass – selbst als er quasi schon auf gepackten Kisten für den Umzug nach Aachen saß – sich noch die Zeit für die persönlichen Belange jedes Einzelnen nahm Er sagte einmal in einem Gespräch, eine Kirche die nicht lebendig bleibe, könne keinen wirklichen Glauben vermitteln.

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