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Grefrath: Diskussion um Straßennamen für Neubaugebiet

Grefrath : Diskussion um Straßennamen für Baugebiet

Soll eine Straße in Grefrath nach einer bedeutenden Persönlichkeit benannt werden? Historiker Alfred Knorr meint ja. Es gibt aber einen Grundsatzbeschluss des Gemeinderates, das nicht zu tun.

Auf der Fläche zwischen Nord- und Neustraße in Grefrath soll ein neues Baugebiet entstehen. Nun hat die Gemeindeverwaltung in der jüngsten Ratssitzung die Frage aufgeworfen, wie die neue Erschließungsstraße heißen soll. Dazu soll nun die Öffentlichkeit, besonders der Heimatverein Grefrath, einbezogen werden.

Anbieten würde sich laut Verwaltung eine Namensgebung, die an die Vornutzung des Geländes anknüpft. Dort stand einst eine Akkumulatorenfabrik. Danach war das bekannte Grefrather Unternehmen Grevelour dort ansässig. Die Verwaltung wies in ihrer Vorlage für die Ratssitzung zudem darauf hin, dass in diesem Bereich eine mittelalterliche Siedlung namens „Pötenburg“ nachgewiesen ist, die sich als Namenspatin ebenfalls anbieten würde.

SPD-Fraktionschef Bernd Bedronka machte in diesem Zusammenhang auf die Vereinbarung aufmerksam, dass man in Grefrath keine Straßen nach Grefrather Personen benennen möchte. CDU-Ratsherr Alfred Knorr kritisierte diesen Grundsatzbeschluss. Er bezeichnete es als kurios, dass man sich die Möglichkeit nehme, Persönlichkeiten auf diese Weise zu ehren. Dafür gab es Applaus von den Zuschauern der Ratssitzung in der Oedter Albert-Mooren-Halle.

Knorr hätte auch schon einen möglichen Namensgeber im Blick. Julius Nohlen war Eigentümer der Akkumulatorenfabrik, die genau auf der Fläche des Neubaugebiets stand. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten emigrierten Julius und Metha Nohlen nach Holland, wurden dort im Zweiten Weltkrieg aufgegriffen und in Auschwitz ermordet.

Ratsherr und Heimathistoriker Knorr arbeitet mit dem Heimatverein nun weitere Vorschläge für den Straßennamen aus und freut sich über weitere Vorschläge aus der Bevölkerung.