Stadt Kempen: Beigeordneter Kahl: Planung besser erst im Herbst in die Politik gegeben

Stadt Kempen : Beigeordneter Kahl: Planung besser erst im Herbst in die Politik gegeben

Dass es tatsächlich einen Austausch mit dem Rheinischen Amt gegeben hat, bestätigte der Technische Beigeordnete Stephan Kahl auf Anfrage der Rheinischen Post. Im Oktober vergangenen Jahres habe es einen Gesprächstermin der Stadt zusammen mit den damals vom Investor Schmitz beauftragten Architekturbüro in der Abtei Brauweiler gegeben.

Dort hat das Rheinische Denkmalamt seinen Sitz. Seinerzeit habe das Amt bereits Bedenken gegen die Neubauplanung erhoben. Daraufhin seien die Pläne vom Architekten überarbeitet und dem Amt zugestellt worden. Erst wenige Tage vor der März-Sitzung des Denkmalausschusses habe das Rheinische Amt dann in einer weiteren schriftlichen Stellungnahme seine Bedenken bekräftigt, die Entscheidung aber der Stadt als Unterer Denkmalbehörde freigestellt, so Kahl. Das habe er in der Ausschusssitzung den Politikern mündlich auch so mitgeteilt. Eine schriftliche Vorlage für den Ausschuss sei aus Zeitgründen nicht mehr möglich gewesen.

Beigeordneter Kahl verwahrt sich gegen jeglichen Verdacht, die Verwaltung habe in der Sache etwas unter den Teppich kehren wollen. "Welchen Grund sollen wir gehabt haben, der Politik Informationen vorzuenthalten? Wir sind immer an einem offenen Umgang mit der Politik interessiert", so Kahl.

Der Dezernent wehrt sich zudem gegen Vorwürfe der Denkmal-Initiative, die Stadt habe in der Vergangenheit schon zu viele Fehler in Sachen Denkmalschutz gemacht. Es seien keineswegs wahrlos Häuser der Abrissbirne zum Opfer gefallen. Im Gegenteil: In Kempen sei seit den 1960er Jahre eine sehr behutsame Stadtplanung speziell für die Altstadt vorgenommen worden. Dafür werde Kempen bis heute auch von Fachleuten gelobt, so Kahl. Von dieser Linie werde man auch künftig nicht abrücken, so der Planungsdezernent.

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Gleichwohl räumte er im RP-Gespräch ein, dass die Bauverwaltung im konkreten Fall Peterstraße 20 möglicherweise zu früh in die politische Diskussion im Bau- und Denkmalausschuss gegangen sei. "Wir hätten die Sache wohl mit etwas mehr Ruhe und Bedacht angehen sollen", sagte Kahl. Aber Investor Schmitz habe gedrängt, wollte Klarheit haben.

Das sieht die Firma Schmitz übrigens inzwischen genauso. "Wir haben völlig unterschätzt, welche Auswirkungen die Diskussion der ersten Pläne mittlerweile nach sich gezogen hat", sagte Axel Schmitz im RP-Gespräch. Der Projektleiter für den Neubau an der Ecke Peterstraße/Donkwall betont, dass die überarbeitete Planung sicherlich die Bedenken der Initiative und der Landeskonservatorin berücksichtigen werde. "Wenn wir neu bauen, wird alles deutlich kleinteiliger werden", erklärte Schmitz.

(rei)
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