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Stadt Kempen: Werbering stellt Feste auf den Prüfstand

Stadt Kempen : Werbering stellt Feste auf den Prüfstand

Der neue Vorstand des Kempener Werberings will beim Konzept für den Weihnachtsmarkt nachjustieren. Mit Sorge betrachtet die Händlergemeinschaft die Geschäftsleerstände. Gegen den Internethandel geht man in die Offensive.

Das Wetter spielte beim Altstadtfest nicht mit. Das trübt die positive Stimmung beim Kempener Werbering."Aber das Konzept von unserem neuen Veranstaltungspartner Orion ist gut. Auch die Kombination mit den Highland-Games stimmt", sagt Armin Horst im Gespräch mit der Rheinischen Post. Der 54 Jahre alte Gastronom ist seit Anfang April Vorsitzender des Kempener Werberings. Mit einem verjüngten Vorstand und vielen Ideen will die Händlergemeinschaft mit ihren 152 Mitgliedern behutsam neue Akzente setzen.

Die Kritik an der Organisation des Weihnachtsmarktes 2013 hat man sich zu Herzen genommen. Nach ersten Gesprächen im Januar mit der vom Werbering beauftragten Veranstaltungsagentur "X-Dream" und der Kempener Stadtverwaltung wurden bereits Änderungen an Programm und Organisation verabredet. Es bleibt dabei, dass der Buttermarkt die zentrale Budenstadt sein wird. Allerdings soll dort auch wieder ein Musikprogramm geboten werden. Auch in der übrigen Altstadt soll beim Weihnachtsmarkt die adventliche Musik stärker als zuletzt zum Tragen kommen, versprechen Armin Horst und Werbering-Geschäftsführer Fred Klaas. Die von "X-Dream" im vergangenen Jahr angekündigten Musikinseln kamen zu wenig zur Geltung.

Der Werbering ist optimistisch, mit den Modifikationen am Konzept den Wünschen vieler Weihnachtsmarktbesucher entgegen kommen zu können. Allerdings hat sich die Händlergemeinschaft mit "X-Dream" und "Orion" bewusst für zwei neue Partner als Organisatoren der Kempener Stadtfeste entschieden. "Wir wollten neue Akzente setzen. Das war mit unserem langjährigen alten Partner nicht möglich", sagt Armin Horst. Dass sich dadurch vor allem das Stammpublikum des Kempener Weihnachtsmarkts ein wenig umgewöhnen muss, sehen Horst und Klaas als nicht so tragisch an. Schließlich müsse sich Kempen bei dem zunehmenden Wettbewerb von Weihnachtsmärkten in der Region mit einem neuen eigenständigen Profil von der Masse abheben und in der Besuchergunst behaupten. Bei allen Änderungen werde man allerdings behutsam vorgehen, versichern Horst und Klaas. Das gilt möglicherweise auch für andere Stadtfeste, die der Werbering Kempen ausrichtet. Eine von vier neu gebildeten Arbeitsgruppen des Vorstandes beschäftigt sich unter anderem mit der Frage, ob die verkaufsoffenen Sonntage im Jahreskalender neu terminiert werden können. "Wir sind da sehr herbstlastig", sagt Klaas.

Mit Sorge betrachtet der Werbering die zunehmenden Leerstände bei den Ladenlokalen in der Altstadt. Das Problem liege aber oft bei den Eigentümern der Geschäftsflächen, die teilweise überzogene Miet- oder Pachtvorstellungen hätten, so Horst und Klaas. Vor allem Erbengemeinschaften oder Investoren, die außerhalb von Kempen ihren Sitz haben, hätten häufig nicht den richtigen Blick für das Machbare. Ein anderes Problem: Die Ladenlokale in der Altstadt sind häufig nicht groß genug. "Es gibt etliche Interessenten, die in Kempen ein Geschäft eröffnen möchten. Die wünschen aber häufig größere Geschäftsflächen, die derzeit in der Altstadt nicht verfügbar sind", so Horst. Aber auch das Thema Geschäftsflächenmanagement hat der Werbering-Vorstand im Blick. Eine eigene Arbeitsgruppe wurde dazu gegründet. "Da arbeiten wir eng mit dem City-Management der Stadtverwaltung zusammen", sagt Horst.

Ganz intensiv befasst sich die Händlergemeinschaft aktuell mit dem Thema "Internethandel". Gegen die zunehmende Konkurrenz im Netz will der Kempener Einzelhandel mit der persönlichen Beratung und dem speziellen Service bei der Kundschaft punkten. Abgehängte Schaufenster wie etwa im vergangenen Jahr in St. Tönis ist für die Kempener Händlerschaft kein gangbarer Weg. "Wir wollen unseren Kunden beweisen, dass wir schneller und vor allem umweltfreundlicher sind. Bei uns ist keine riesige Logistik notwendig, um Waren zu beschaffen", sagen Horst und Klaas. Gemeinsam mit dem regionalen Einzelhandelsverband und der Industrie- und Handelskammer erarbeitet der Kempener Werbering an einem Konzept, dass demnächst mit den Einzelhändlern diskutiert werden soll.

(RP)