1. NRW
  2. Städte
  3. Kaarst

Kaarst: Regiobahn fährt ab 2017 bis Wuppertal

Kaarst : Regiobahn fährt ab 2017 bis Wuppertal

Das Land fördert Streckenausbau mit 45 Millionen Euro. Für den Kaarster Christian Will geht ein Wunsch in Erfüllung.

Die in kommunaler Trägerschaft fahrende Regiobahn, an der die Städte Kaarst, Neuss und der Rhein-Kreis knapp 35 Prozent Anteile halten, schlägt ein neues Kapitel ihrer Erfolgsgeschichte auf: Das Land NRW wird den vom Unternehmen schon lange gewünschten Ausbau der Strecke S 28 von Mettmann über Wülfrath-Düssel nach Wuppertal mit insgesamt 45 Millionen Euro fördern und somit die geschätzten Investitionskosten in gleicher Höhe tragen. Nun kann der Bau der Strecke beginnen, teilten gestern die beiden SPD-Landtagsabgeordneten Manfred Krieck und Volker Münchow mit.

Ende März wird sich noch einmal der Nahverkehrsausschuss des Landes NRW mit dem Thema beschäftigen. Die Landtagsabgeordneten gehen aber davon aus, dass im Jahr 2017 die ersten Züge auf der neuen Strecke fahren werden, für die bereits seit 2008 eine Baugenehmigung vorliegt. Jetzt scheint also auch die Finanzierung gesichert. "Das ist ein großer Tag für uns", sagt der Kaarster Kreispolitiker Christian Will, der seit 1992 Vorsitzender des Aufsichtsrates der Regiobahn GmbH ist: "Ich freue mich riesig über diesen Erfolg für uns."

Auch der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) hat, so Will, bereits eine Zusage zur Übernahme der Betriebskosten für weitere 470 000 Zugkilometer gegeben. Die Betriebsleistung der Regiobahn erhöhe sich somit um rund 30 Prozent auf dann zirka zwei Millionen Zugkilometer. "Wir werden für unsere gute Vorarbeit und die Geduld belohnt", sagt Will. Immerhin habe die Regiobahn bereits Vorleistungen in Höhe von 800 000 Euro finanziert. Der jetzt in Aussicht gestellte Zuschuss stammt aus Restmitteln des NRW-Haushaltsjahres 2012, die nicht abgerufen worden waren. Angesichts der guten Nachrichten grämte sich Will auch nicht darüber, dass die angestrebte Verlängerung der Regiobahn-Strecke in Richtung Viersen weiter auf Fördergelder aus Düsseldorf warten muss.

Freude auch in Mettmann, wo die Regiobahn-Verwaltung ihren Sitz hat. Gerade einmal zehn Minuten hielt Geschäftsführer Joachim Korn die Mitteilung des Landes in der Hand, da formulierte er auch schon eine erste Stellungnahme: "Jetzt haben wir endlich den Bescheid, viel Arbeit, aber nun können wir auch die Streckenerweiterung angehen." Seit 1999 fährt die Regiobahn von Kaarst über Neuss und Düsseldorf nach Mettmann. Dort ist bisher Endstation. Nun kommt also die sinnvolle Verlängerung, für die auch ein rechtsgültiger Planfeststellungsbeschluss besteht. Bereits in Kürze könnten Ausschreibungen erfolgen, denen sich dann die Arbeiten anschließen. Die neue Regiobahn-Strecke wird dann bei Wülfrath-Düssel an die bestehende S-Bahn-Linie zwischen Wuppertal und Essen angebunden.

(NGZ)