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Netzwerk-Treff in Kaarst: „Erfolgscampus“ will Unternehmer vernetzen

Netzwerk-Treff in Kaarst : „Erfolgscampus“ will Unternehmer vernetzen

Unternehmer möchten sich für einen besseren Austausch untereinander starkmachen. DIe Wirtschaftsförderung wird in die Pflicht genommen.

In letzter Zeit hatte es mächtig zwischen den örtlich ansässigen Firmen und der Wirtschaftsförderung der Stadt geknirscht – viele Unternehmer fühlten sich alleine gelassen. Der 19. Kaarster Erfolgscampus sorgte für einen ersten Schritt der Annäherung. Zahlreiche Vertreter Kaarster Unternehmen, des Stadtrates, der Verwaltung und Wirtschaftsförderung waren der Einladung in die Räumlichkeiten von Patrick Schapperts „Grobi-TV“ gefolgt. Er vertreibt Unterhaltungselektronik und er war als erster zum zweiten Mal „Erfolgscampus“-Gastgeber.

Moderator Harry Flint fühlte den Anwesenden auf den Zahn, fragte nach, wer wie viel investiert, wer ausbildet und wer wen kennt. Dabei offenbarte sich eine entscheidende Schwachstelle innerhalb der Kaarster Unternehmerschaft: Viele waren sich fremd. Marcus Pastor vom Autohaus Pastor Thieler hat sich vor elf Jahren in Kaarst angesiedelt, kannte aber kaum einen der Anwesenden und war andersherum auch kaum jemanden bekannt. Sein Wunsch: Ein stärkerer Austausch innerhalb der Unternehmer, denn so groß sei Kaarst nicht. Unternehmen seien schließlich Multiplikatoren. Aber auch die Kommunikation mit der Stadt und der Wirtschaftsförderung müsse intensiviert werden.

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Kämmerer Stefan Meuser erläuterte, dass die Verwaltung die Kritik der Unternehmer ernst nehme und positiv reagieren wolle. Für ihn sind Einzelhändler in der Peripherie genauso wichtig wie in der Stadtmitte. Er versprach eine breitere Bestandspflege, verwies aber auf das letzte Wort der verhinderten Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus. In den freien Gewerbegebieten soll möglichst schnell jemand angesiedelt werden – allerdings nur „der Beste“, so Meuser. Ziel: Kaarst möge aus wirtschaftlich und städtebaulicher Sicht vorzeigbar sein.

Es gab auch Positives: Vera Ihlefeldt-Schlipköter vom Kompetenzzentrum ConsistiQ lobte die „wunderbare Vereinbarkeit“ von Arbeit und Privatleben in Kaarst und die von der Stadt geförderte Nachhaltigkeit als besonderes Alleinstellungsmerkmal. In den Randbezirken wurde zu langsames Internet bemängelt – in diesem Zusammenhang verwies Wirtschaftsförderer Christoph Schnier auf die neu eingestellte Fachkraft für Breitband. Werbefilmer Patrick Vander kritisierte: Kaarst würde als „Park-and-Ride-Platz von Düsseldorf“ wahrgenommen, es verkaufe sich nach außen schlecht und sei ohne Strategie. Er plädiert für eine Strategie, um nicht abgehängt zu werden: Werbefilme könnten Kaarst nach vorne bringen, ohne dass andere sofort merken, wie damit geworben wird. Kaarst müsse einfach als Standort wahrgenommen werden.

Eigentlich wollen alle das Gleiche: Kaarst als schöne Einkaufsstadt. Das zarte Pflänzchen Kommunikation muss fleißig gegossen werden: „Sie ist das Wichtigste“, so Patrick Schappert.