Kaarst: Johanniter-Chef Michael Heine strebt neues Quartier an

Kaarster Osten : Johanniter-Chef strebt neues Quartier an

Michael Heine, Leiter des Johanniter-Zentrums, möchte die Quartiersentwicklung im Kaarster Osten vorantreiben. Dabei soll die Deutsche Fernsehlotterie helfen. Gespräche mit der Stadt haben bereits stattgefunden, die Ziele sind definiert.

Ein lebenswertes Quartier soll der Kaarster Osten werden. Das schwebt Michael Heine, seit Ende vergangenen Jahres neuer Leiter des Johanniter-Zentrums am Sandfeld, vor. Bereits seine Vorgängerin Rosel Band hatte die Idee zur Quartiersentwicklung, die Heine jetzt konkretisieren will. Bis zum Sommer will er einen Antrag bei der Deutschen Fernsehlotterie stellen, die – sofern sein Konzept bewilligt wird – die Stelle eines Quartiersmanagers für maximal fünf Jahre fördert.

Natürlich habe er als Leiter des Johanniter-Zentrums die Senioren im Fokus. Er sagt aber auch: „Vernetzung innerhalb eines Quartiers hat einen Mehrwert für alle.“ Ob alt oder jung, krank oder gesund, in Kaarst geboren oder hinzugezogen, ob alleinstehend oder in Familien lebend: der Gedanke der Quartiersentwicklung soll allen zugute kommen. Worum geht es dabei konkret? Um Teilhabe, um Unterstützung, um bürgerschaftliches Engagement, um das Initiieren von Begegnungen und das Erkennen von Bedarfen, sagt Heine.

Ein erstes Gespräch mit der Stadt habe bereits stattgefunden. Gemeinsam mit Petra Kinzel, Leiterin der sozialen Dienste im Johanniter-Zentrum, sowie Ehrenamtlerin Karin Neumann wurden erste Ziele abgesteckt. Dazu zählt auch die Bestimmung des Quartiers. Auf einem Stadtplan hat Heine Markierungen gesetzt. „Für das Konzept, das wir einreichen wollen, müssen wir das Quartier genau festlegen“, erklärt er. Doch er möchte dies nicht als Abgrenzung innerhalb einer bereits vernetzten Nachbarschaft verstanden wissen. Konkret geht es um folgendes Quartier: Im Norden bis zur Grünstraße, im Westen bis zur Erftstraße, im Osten sind die Autobahn sowie im Süden die Neersener Straße die Abgrenzungslinien. Heine hat inzwischen die Stadt um konkrete Daten für eine Sozialraumanalyse dieses Viertels gebeten. Dazu zählen Einwohnerzahl und -dichte, Anteil der Migranten sowie die Aufschlüsselung nach Altersgruppen. Auch die soziale Infrastruktur sei von Bedeutung. Heine zählt unter anderem auf: „Freie Wirtschaft, Schulen, Kindergärten, Altenhilfeeinrichtungen, Beratungsstellen, Begegnungszentren, Ärzte und Apotheken.“ Diese Strukturen des Gemeinwesens vor Ort müssen in dem Antrag für die Förderung durch die Fernsehlotterie benannt werden als sogenannte „Ist-Analyse“ des Quartiers. Denn die Vernetzung unterschiedlichster Gruppen ist bei der Quartiersentwicklung das Ziel. So heißt es in den Förderkriterien der Stiftung Deutsches Hilfswerk, über die die Erlöse der Deutschen Fernsehlotterie in soziale Projekte fließen: „Es sollen nicht einzelne Zielgruppen isoliert in den Blick genommen werden, sondern im Sinne ‚inklusiver Quartiere’ eine größtmögliche Versorgungssicherheit und soziale Teilhabe entwickelt werden.“

Für Michael Heine ist Quartiersentwicklung übrigens kein Neuland: Bevor er zum Johanniter-Zentrum in Kaarst kam, hatte er als Quartiersmanager ein inklusives Dorfprojekt in Bonn geleitet.

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