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Kaarst: Wie Paul Bohl die Kaarster Bahn rettete

Paul Bohl aus Holzbüttgen : „Retter der Kaarster Bahn“ ist tot

Paul Bohl aus Holzbüttgen war der erste Bürger, der sich gegen die geplante Stilllegung der Bahnstrecke zwischen Neuss und Kaarst wehrte. Nun ist Bohl verstorben.

Der Name Paul Bohl wird vielen Kaarstern nicht viel sagen. Doch ihm ist es zu verdanken, dass heute die Regiobahn von Kaarst über Neuss und Düsseldorf nach Mettmann fährt. Denn Bohl kämpfte in den 1980er Jahren gegen die geplante Stilllegung der Strecke. Am 25. Juli ist der „Retter der Kaarster Bahn“, wie Bohl in der Todesanzeige genannt wird, im Alter von 78 Jahren verstorben.

In den 1980er und 1990er Jahren wollte die Deutsche Bundesbahn den Zugverkehr einschränken – und das gefiel den Kaarster Bürgern überhaupt nicht. Die Pläne führten sowohl in Kaarst als auch in Mettmann zu Protestbewegungen. Doch die Bahn zog ihre Pläne knallhart durch, beantragte 1984 beim Bundesverkehrsministerium die Stilllegung der Strecke zwischen Neuss und Kaarst. Der Abschnitt, der früher einmal weiter nach Viersen führte, war schon vorher aufgegeben worden. Doch Paul Bohl wollte die Stilllegung auf keinen Fall hinnehmen. Bei einer spontanen Unterschriften-Aktion kamen nach Angaben der Regiobahn GmbH damals binnen kürzester Zeit 4500 Unterschriften für den Erhalt der Strecke zusammen. Bohl, der die Strecke als Pendler selbst nutzte, legte den Behörden in den Folgejahren mehr als 1000 Stellungnahmen und Gutachten vor.

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Zudem rief er die Bürgeraktion „Rettet die Kaarster Bahn“ ins Leben und versammelte rund 400 Mitstreiter bei eisiger Kälter an einer Bahnhaltestelle, versorgte die Polizei täglich mit Staumeldungen vom Kaarster Kreuz und warb in über 20 Fernseh- und Radioberichten für eine schnelle Bahnverbindung von Kaarst nach Neuss und Düsseldorf, wie Egon W. Vossen in seinem Buch „Regiobahn 1999 - 2004 Eine Vision wurde Wirklichkeit“ schreibt. Für sein Engagement wurde Bohl 1987 vom damaligen Umweltminister Klaus Töpfer mit dem Europäischen Umweltpreis ausgezeichnet. Sein Einsatz war nicht ganz günstig: Vossen schätzt die Ausgaben Bohls auf rund 30.000 D-Mark.

Doch der Einsatz hat sich gelohnt. 1992 wurde die Gesellschaft gegründet, an der die Stadt Neuss, der Rhein-Kreis Neuss, Kaarst, der Kreis Mettmann und Düsseldorf beteiligt sind. Doch bis die erste Regiobahn fuhr, dauerte es bis 1999. Damals rollten die Bahnen noch im Stundentakt. Schnell war klar, dass der Bedarf größer ist. Mittlerweile fährt die Regiobahn im 20-Minuten-Takt. Ohne Paul Bohl würde sie heute vermutlich gar nicht fahren.