Kaarst: Konverter-Gegnern ist die Ruhe nicht geheuer

Stammtisch in Kaarst : Zu Gast bei den Konverter-Gegnern

Seit September ruht das Thema Konverter. Das schmeckt den Gegnern gar nicht.

Der Stammtisch im Juli war so schlecht besucht, dass im Deutschen Haus jetzt kein Tisch freigehalten wurde. Fünf Mitglieder der Bürgerinitiative „Kein Doppelkonverter in Kaarst und Neuss“ nahmen deshalb vor dem Gasthaus an einem kleinen Tisch Platz. Es ist für sie eine bleierne Zeit: „Die Bundesnetzagentur hat noch nicht entschieden, obwohl ihr der Antrag von Netzbetreiber Amprion seit Mitte September 2018 vorliegt“, beklagt Edgar Nowack. Der Antrag bezieht sich auf den Standort in Osterath, weil die Dreiecksfläche auf Kaarster Gebiet für eine Auskiesung vorgesehen ist. „Einer Änderung müsste die Stadt zustimmen und wir hoffen, dass das nicht geschehen wird“, sagt Nowack.

Für ihn steht fest, dass Amprion die Dreiecksfläche favorisiert. Die Kaarster wollen keinen Doppelkonverter in ihrem Stadtgebiet, wären aber auch nicht zufrieden, wenn er nach Meerbusch kommt. Was die Kaarster bedauern: Dass die Meerbuscher nicht mit ihnen am selben Strick ziehen wollen, wenn es darum geht, den Konverter in dicht besiedelten Gebiet zu verhindern. Die Kaarster würden den Konverter am liebsten im Braunkohlerevier sehen. Die Hoffnung darauf haben sie noch nicht aufgegeben. „Ich habe an die Bundesnetzagentur geschrieben und gefragt, wann die Unterlagen, die Amprion eingereicht hat, ausgelegt werden. Seit über einem Dreivierteljahr tut sich gar nichts mehr“, sagt Jochen Thiel. Heiner Hannen ist diese Ruhe nicht so recht geheuer: „Man weiß nicht, was da im Hintergrund passiert, ob da eine Taktik dahinter steckt.“ Martina Deckert möchte nicht, dass die Menschen in Kaarst und Meerbusch zu Versuchskaninchen werden – einen vergleichbaren Doppelkonverter gebe es schließlich noch nicht. Mögliche negative Auswirkungen auf die Gesundheit seien nicht bekannt.

Zwei Tage nach dem Stammtisch hat die Bundesnetzagentur Jochen Thiel  ein Antwortschreiben zukommen lassen. „Die Bundesnetzagentur prüft die Unterlagen von Amprion derzeit auf ihre Vollständigkeit. Sobald wir diese festgestellt haben, wird die Bundesnetzagentur eine Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung durchführen“, heißt es. Thiel geht davon aus, dass mit dieser Beteiligung erst gegen Ende des Jahres zu rechnen ist.

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