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Infektionen mit Rotavirus gehen in Hilden und Haan deutlich zurück

Hilden/Haan : Infektionen mit Rotavirus gehen deutlich zurück

Medikamente gegen das Virus gibt es nicht. Der Arzt kann lediglich Mittel verordnen, die die Symptome lindern. Ganz wichtig ist es, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen und ausreichend viel zu trinken.

Wegen der in der Corona-Pandemie geltenden Hygiene- und Abstandsregeln sind auch andere Infektionskrankheiten im Kreis Mettmann deutlich zurückgegangen. „Dieser positive Trend zeigt sich auch für die nach den Infektionsschutzgesetz gemeldeten Rotavirusfälle“, berichtet Michael Lobscheid von der Krankenkasse IKK classic, die hierfür die Daten des Robert Koch Instituts ausgewertet hat. „Wurden 2019 noch 92 Fälle im Kreis gemeldet, so waren es 2020 lediglich 24, dies entspricht einem Rückgang von 73,9 Prozent. Man kann davon ausgehen, dass die fehlenden Kontakte und die AHA-Regeln rund um die Pandemie zu diesem starken Rückgang geführt haben, den Rotaviren übertragen sich meistens durch Schmierinfektionen“, so Lobscheid. Das Rotavirus ist die weltweit häufigste Ursache für schwere Durchfallerkrankungen bei Säuglingen und Kindern. Es ist hochansteckend und wird leicht übertragen. Durch den starken Durchfall verlieren die Patienten viel Flüssigkeit, was besonders für Säuglinge und Kleinkinder lebensbedrohlich sein kann. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch Schmierinfektion. Die Viren werden dabei durch kleinste Stuhl-Reste an den Händen weitergegeben und können von der Hand in den Mund gelangen. Als Infektionsquelle dienen verunreinigte Lebensmittel oder Gegenstände. Weil Kleinkinder häufig Sachen in den Mund nehmen, sind sie besonders gefährdet. Zudem ist ihr Immunsystem noch nicht so stark ausgebildet wie bei Erwachsenen. Hat eine Infektion stattgefunden, setzt nach ungefähr drei Tagen Durchfall ein, der innerhalb weniger Stunden immer schlimmer wird. Oftmals kommen Übelkeit, Erbrechen, starke Magenschmerzen oder Fieber hinzu.

Medikamente gegen das Virus gibt es nicht. Der Arzt kann lediglich Mittel verordnen, die die Symptome lindern. Ganz wichtig ist es, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen und ausreichend viel zu trinken. Um kein unnötiges Risiko einzugehen, ist eine ärztliche Betreuung nötig. „Darum raten wir allen Eltern dringend, die Schluck-Impfung gegen Rotaviren für Säuglinge und Kleinkinder wahrzunehmen, deren Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden“, so Michael Lobscheid.