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Neue Züchtung in Erkelenz: Ein Baum namens Hohenbusch

Neue Züchtung in Erkelenz : Ein Baum namens Hohenbusch

Ein Botaniker benennt eine neue Züchtung nach dem Erkelenzer Kreuzherrenkloster. Sie geht auf eine seltene Mutation in der Baumkrone zurück.

Zum Jahrtausendwechsel erklärte das deutsche Kuratorium Baum des Jahres den Ginkgo biloba zum Mahnmal für Umweltschutz und Frieden sowie zum Baum des Jahrtausends. Ein solches Exemplar wurde nun auf Initiative des ehemaligen Leiters des Botanischen Gartens Mönchengladbach, Horst Busse, im neuen Kräutergarten hinter dem ehemaligen Kreuzherrenkloster Haus Hohenbusch eingepflanzt.

Mit Wasser aus der Gießkanne und Sekt wurde der sommergrüne Baum, der im Herbst seine Blätter abwirft und bis zu 1000 Jahre alt werden kann, gemeinsam von Bürgermeister Stephan Muckel, Züchter Horst Busse sowie dem Erkelenzer Gärtnermeister Wilfried Müller-Platz getauft. Die beiden versierten Botaniker, von Muckel als „Ginkgo-Papas“ bezeichnet, werden sich nun gemeinsam um das Gedeihen des etwa fünf Jahre alten Baums kümmern, der den Namen „Kreuzherrenkloster Haus Hohenbusch“ trägt.

Busse, der aus Wockerath stammt und sich seit vielen Jahren für die ursprünglich in China heimische Baumart interessiert, war mit seiner mittlerweile siebten Züchtung erfolgreich, die auf einen so genannten „Hexenbesen“ zurückzuführen ist, eine seltene Mutation in der Baumkrone. Im Tontopf wurde das Bäumchen in der Hohenbuscher Erde versenkt, um Wühlmäuse abzuhalten. Erst wenn ein größerer Wurzelballen entstanden ist, droht laut Gärtnermeister Müller-Platz keine Gefahr mehr von den angriffslustigen Nagern.

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Busse, der auch schon eine seiner Ginkgo-Züchtungen auf den Namen Rurich taufte, überreichte Frank Körfer, dem Vorsitzenden des Fördervereins Haus Hohenbusch, bei der ungewöhnlichen Tauffeier eine Urkunde. Mit seinem Namen soll der Baum ins internationale Ginkgo-Verzeichnis eingetragen werden. Ginkgos habe er schon gesammelt und das Veredeln zu seinem Hobby gemacht, als er noch Leiter des Botanischen Gartens in Mönchengladbach gewesen sei, berichtete Horst Busse, der besonders an älteren Exemplaren die auffälligen Veränderungen entdeckte, zum Beispiel in der Brucknerallee in Rheydt, wo er einen Ginkgo aus den 1950er Jahren in städtischem Besitz entdeckte.

„Dieser hier ist besonders schön“, stellte der Pflanzen-Experte fest. Seine Blätter seien gebündelt. Für Verwaltungschef Muckel war die kleine Feierstunde unter freiem Himmel ein absolutes Novum. „Ich habe schon mal ein Feuerwehrauto getauft, aber noch nie einen Ginkgo“, verriet er schmunzelnd. Auf dem Hohenbusch-Gelände gebe es immer wieder etwas Neues zu entdecken. „Ich hoffe, er wird groß und stark“, so der Bürgermeister.

Auch die kleinen Besucher kamen auf ihre Kosten. Unter Anleitung der Erkelenzer Künstlerin Elke Bürger durften sich die Mädchen und Jungen am Maltisch im Garten als Nachwuchskünstler betätigen. An der Rückwand des neu eingerichteten offenen Klassenzimmers in der alten Scheune sollen die kunterbunten Kunstwerke dauerhaft zur Geltung kommen.