Tennis: Ein schwedische Wucht am Ball

Tennis : Ein schwedische Wucht am Ball

Jonna Sihlbom aus Göteborg trainiert regelmäßig beim TC RW Emmerich. Dann spielt sie bei Turnieren in den Niederlanden. Arbeiten muss sie vor allem noch an der Beinarbeit. Das Ziel: das internationale Tennis-Profiparkett.

Jonna Sihlbom ist ein schüchternes junges Mädchen. Es sprudelt nicht gerade aus ihr heraus, wenn man mit ihr spricht. Richtig los legt sie erst, wenn es um ihre große Leidenschaft geht: Tennis.

Die Zwölfjährige schlägt praktisch seit ihrer Geburt gegen die gelbe Filzkugel – im schwedischen Göteborg. Und das mit großem Erfolg: Seit einiger Zeit schon ist sie auf der ITF-Tour der Jugendlichen unterwegs. Bei der ITF handelt es sich um eine Turnierserie im Damentennis, die von der International Tennis Federation ausgerichtet wird und die Protagonisten über die ganze Welt begleitet.

„Es ist mein großer Traum, irgendwann Tennis-Profi zu werden. Ich weiß aber auch, dass das noch ein richtig harter Weg wird“, sagt sie. Doch wie kreuzt ihr Werdegang nun die Tennisszene in Emmerich? „Das war reiner Zufall“, sagt Marco Oversteegen, Vereinstrainer des TC Rotweiss Emmerich. Im Januar dieses Jahres tauchte Jonna mit ihrer Mutter in der Halle des Tennisvereins auf. Sie suche einen Trainingspartner, immerhin müsse sie am selben Tag noch bei einem namhaften Jugendturnier in den Niederlanden aufschlagen, erklärte die Nordeuropäerin. „Das fand ich gleich spannend und habe mich mit ihr auf den Platz gestellt. Da war sofort zu merken: Jonna ist ein riesiges Talent“, sagt Oversteegen.

In den Tagen darauf – Jonna spielte sich bei dem Turnier von Runde zu Runde – trainierte das schwedische Mädchen häufiger bei dem Niederländer. Den Wettbewerb gewann sie gar, doch daraufhin kehrte sie wieder in ihre Heimat zurück. Der Kontakt zu Oversteegen aber riss nicht ab. Jonna meldete sich gleich mehrfach telefonisch oder per Mail und berichtete über ihre sportlichen Fortschritte und die größten Erfolge. Bisher ist das die sogenannte Göteborgsmeisterschaft. Dort setzte sie sich in ihrer Altersklasse durch und darf sich daher nun die beste Nachwuchsspielerin ihrer Region nennen.

Doch Jonna will höher hinaus und reist daher für Turniere über den gesamten europäischen Kontinent –mit einem Fokus auf die Niederlande. Auch in der vergangenen Woche trat sie wieder bei einem Turnier im Raum Arnheim an und verbrachte die Tage mit ihrer Mutter daher in und um Emmerich. Immerhin haben in Schweden bereits die Sommerferien begonnen.

„Ich trainiere gerne bei Marco, da er immer die eigenen Stärken hervorhebt und nicht darauf herumhackt, was man noch nicht beherrscht“, sagt Jonna. Erneut gelang ihr nun ein Triumph – in ihrer Altersklasse U12 konnte sie den Pokal in die Höhe halten. „Das sind schöne Erfolge, die mir Mut machen, weiterhin intensiv zu trainieren“, erklärt sie weiter.

Auch Marco Oversteegen ist von seinem Schützling überzeugt und geht davon aus, sie noch eine ganze Weile begleiten zu dürfen: „Jonna wird weiterhin in den Niederlanden Turniere spielen und sich bei mir fürs Training melden“, sagt er. Zu ihren Einheiten pilgerten zuletzt immer wieder auch Vereinsmitglieder. „Das ist wirklich sehenswert, was sie alles schon auf den Platz bringt“, sagt Oversteegen. Größte Stärke sei bisher ihr Aufschlag und der Ruckhand-Passierschlag, arbeiten müsse sie noch an ihrer Beinarbeit.

Und, nicht unüblich für ihr zartes Alter, an ihren Nerven. „Manchmal bin ich noch zu nervös und verliere dann in entscheidenden Momenten Punkte“, sagt sie. Um auch dabei den nächsten Schritt gehen zu können, besuchte sie auf Anraten Oversteegens die niederländische Sportärztin Babette Pluim in der Nähe von Arnheim. Bei der renommierten Medizinerin, die die absolute Sportweltspitze betreut, absolvierte sie einen Sporttest. Das Ergebnis: Jonna ist außerordentlich fit. „Das habe ich nicht anders erwartet. Sie ist auf dem Weg in den Leistungssport“, sagt Trainer Marco Oversteegen.

Mehr von RP ONLINE