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Markus Giesler tritt für die FDP im Wahlkreis im Duisburger Norden an

Markus Giesler (FDP) : Der Kommunikative

Markus Giesler (30) kandidiert für die FDP im Nordkreis. Der Chemiker arbeitet zurzeit an seiner Dissertation – und hofft auf 15 Prozent für seine Partei bei der Bundestagswahl.

Ein wenig anders ist er schon als andere Politiker. Markus Giesler plaudert bei einem Rundgang durch den Innenhafen über Politik, Chemie und seine Heimatstadt. „Ich bin ein kommunikativer Mensch“, sagt er über sich selbst. „Und ich kann nicht nur reden, sondern auch zuhören. Das ist eine ganz wichtige Eigenschaft in der Politik.“

Politiker sind meist Juristen, Beamte, Pädagogen, Geisteswissenschaftler oder Selbstständige. Giesler ist Naturwissenschaftler, genauer gesagt: Chemiker. Zurzeit arbeitet er an seiner Promotion. Die schriftliche Doktorarbeit ist fertig, den Rest bekommt der für ein japanisches Unternehmen arbeitende Liberale auch noch hin.

Kann er auch einem chemischen Laien erklären, worum es in seiner Dissertation geht? Kann er. Und er ist in seinem Element: Es geht um ein durchaus aktuelles Thema: Wenn Viren angreifen, orientieren sie sich einfach ausgedrückt am Zucker einer Zelle und vermehren sich dort. Wie wäre es, wenn man künstlichen Zucker erzeugen würde, der diese Viren ebenfalls anlockt – auf dem sie sich aber nicht vermehren können? Selbst ein Laie erahnt, welch praktischen Nutzen derartige Grundlagenforschung später einmal haben könnte.

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Auch wenn es für manchen paradox klingen mag: Zur FDP kam Giesler, weil er sich für Umweltschutz interessierte. Und ausgerechnet im Parteiprogramm der Liberalen die für ihn überzeugendsten Konzepte fand. Marktwirtschaft und Klimaschutz sind für ihn kein Gegensatz – wenn man es richtig anpackt. Antworten darauf, so Giesler, könne aber nicht die Politik allein geben. Hier gelte es, auf den Sachverstand der Wissenschaft zu vertrauen, Ökonomie und Ökologie zu versöhnen.

15 Prozent, so Giesler, seien für die FDP ein ebenso ehrgeiziges wie realistisches Wahlziel. Was das dann aus Sicht der Wähler am Ende bringe, werde sich zeigen. Dass es am Ende auf eine Dreier-Koalition hinauslaufen könnte, ist auch für den 30-jährigen Liberalen klar. Jamaika (CDU, Grüne, FDP) oder Ampel (SPD, Grüne, FDP) – das seien vermutlich am Ende die Optionen. „Letztlich geht es um Inhalte“, sagt er. Das Problem: „Wir müssen dann so oder so mit einer der Parteien zusammenarbeiten, die in den vergangenen 16 Jahren die Verantwortung hatte.“ Und dabei sei es um eine „Koalition ohne Inhalte“ gegangen. Die Union aus CDU und CSU sieht Giesler eher als eine „Verwalterpartei“ an. Aus diesem Grund steht er eine Ampel-Koalition ein wenig näher.

Duisburg, so meint er, verkauft sich schlecht, mit zu wenig Selbstvertrauen. „Beim Duisburger Norden wird immer nur über Problemviertel gesprochen. Ich sehe es durchaus als eine Region mit Chancen. Das ist viel zu selten ein Thema.“

Als kommunikativer Mensch nimmt er auch Herausforderungen an. So war Giesler kürzlich auch bei einer Diskussionsrunde mit Mitgliedern der Umweltaktivisten von Fridays for future dabei. Dass das für ihn nicht leicht werden würde, lag auf der Hand: Die CDU hatte keinen Vertreter benannt, und so fand sich der 30-Jährige in einer Runde mit SPD, Grünen und Linken wieder – alles andere als ein Heimspiel für den Liberalen.

Er ließ sich aber nicht beirren und vertrat vergleichsweise souverän die Haltung seiner Partei: Effizienter Umweltschutz gehe am besten, wenn mit neuer Technologie und vielen Innovationen dafür gesorgt werde, dass davon auch die entsprechenden Wirtschaftszweige profitierten. So ließen sich seiner Meinung nach auch CO2-Emissionen effektiver mindern als nur mit Verzicht und Verboten.

(mtm)