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Duisburg: Ausstellung von Hans-Jürgen Vorsatz wird um ein Jahr verlängert

Kunst in der Mercator-Halle : Ausstellung von Hans-Jürgen Vorsatz in Duisburg wird um ein Jahr verlängert

Die Ausstellung in der Mercator-Halle mit Werken von Hans-Jürgen Vorsatz wurde um ein ganzes Jahr verlängert. Es ist die wohl größte Einzelausstellung, die jemals einem Duisburger Künstler zuteil wurde. Zusätzlich gibt es inzwischen auch Online-Führungen.

Eine Zeitlang war es etwas still um den Duisburger Künstler Hans-Jürgen Vorsatz geworden. Doch im Herbst 2019 meldete sich der renommierte Bildhauer (Jahrgang 1945) mit Nachdruck in der Öffentlichkeit zurück. Da zeigte er zunächst eine viel beachtete Ausstellung im großen Saal des Duisburger Kunstvereins am Weidenweg 10. Und dann folgte die wohl größte Einzelausstellung, die jemals einem Duisburger Künstler zuteil wurde. In der riesigen Mercator-Halle wurde eine umfassende Werkschau des Künstlers eingerichtet. Sowohl im Tagungsbereich als auch in den Foyers der Philharmonie (auf dem Boden und an den Wänden) sind Arbeiten von Hans-Jürgen Vorsatz zu sehen. Ursprünglich war geplant, dass diese Ausstellung eine Spielzeit in der Mercator-Halle verbleibt. Man kann sich vorstellen, dass der Künstler enttäuscht war, als die Mercator-Halle wegen der Corona-Pandemie für viele Besucher, die normalerweise zu den Philharmonischen Konzerten und anderen Veranstaltungen gekommen wären, verschlossen blieb. Doch jetzt bekam Vorsatz die Zusage, dass er seine Ausstellung, in die er so viel Energie gesteckt hat, noch eine weitere Spielzeit in der Mercator-Halle zeigen kann, das heißt bis zum Sommer 2022.

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Das ist auch gut so, denn diese Einzelschau ist nicht nur sehr groß, sie ist auch sehr schön; die Werke werden auf vorbildliche Weise präsentiert. Die großen und kleineren Wandarbeiten werden mit dem richtigen Abstand und mit Augenmaß gehängt, was beispielsweise angesichts eines 30-teiligen Zyklus eine famos gemeisterte Herausforderung war. Die bildhauerischen Arbeiten sind so platziert, dass sie den Raum prägen. In einem Seitengang entlang großer Fensterfronten findet sich als Leihgabe eine Vorsatz-Arbeit aus dem Lehmbruck-Museum, die der Bildhauer unter dem Eindruck des Mauerfalls 1989 geschaffen hat. Typisch für den Künstler ist, dass seine Werke vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Ereignisse entstehen. Der gekeilte Granitblock, der am kompakten Quader geborsten zu sein scheint, lässt sich durchaus als Symbol der erfolgreichen Bewegung verstehen, die unter dem Motto „Wir sind das Volk“ Geschichte schrieb.

Vorsatz hat auch den Schrecken des Terrorangriffs vom 11. September 2001 in einigen Werken thematisiert. Dabei zitiert er den Roman von Jonathan Safran Foer „Extrem laut und unglaublich nah“ und zeigt ein gespaltenes goldfarbenes Sägeblatt beim Zerstören eines Gebäudeteils. Eine größere Werkgruppe fasst er unter der Überschrift „Fluchtpunkt“ zusammen, wobei Vorsatz subtil auf das Thema Migration und Flucht anspielt, ohne es eins zu eins zu definieren. Gerne lässt sich Vorsatz auch von seinem Lieblingsautor Haruki Murakami inspirieren, wobei er nicht immer aggressiv mit dem Meißel und Presslufthammer arbeitet, sondern gerne äußerst behutsam Blattgold aufträgt. Das passt zu seiner Einstellung als etwas skeptischer Optimist.

Inzwischen hat Hans-Jürgen Vorsatz mit Freunden zwei Online-Einführungen zu seiner Ausstellung produziert. Sie sind abrufbar unter den Links https://youtu.be/XnYymCQS2Y4 und https://youtu.be/Q0BSfpcy3Zg