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Duisburg: Künstlerin Christine Gensheimer zeigt tragikomische Werke

Ausstellung im Kunstraum SG1 : Künstlerin zeigt in Duisburg tragikomische Werke

Die Künstlerin Christine Gensheimer zeigt im Duisburger Kunstraum SG1 ihre tragikomischen Arbeiten. Die Schau ist ab sofort immer montags zu sehen. Wir verraten, worauf sich die Besucher freuen dürfen.

Der Name Gensheimer ist in Künstlerkreisen, zumindest in Duisburg, kein unbekannter. Martin Gensheimer, Fotograf und Zeichner, hat sein Atelier zusammen mit seiner Partnerin, Susan Feind, im Künstlerhaus Goldstraße. Nun ist seine zwei Jahre ältere Schwester, Christine Gensheimer, die 2013 erstmals in Duisburg ihre Kunst zeigte, erneut in Duisburg. Noch bis zum 25. Oktober stellt sie Collagen, Zeichnungen und Videoarbeiten im Kunstraum SG1 in der Duisburger Innenstadt aus.

Eine Dia-Show, einen Animationsfilm und zehn Bilder hat sie mitgebracht und die Ausstellung mit „Auf der Suche nach der verbrachten Zeit“ überschrieben. Diese steht nicht nur vom Titel her sehr in der Nähe des längsten und bedeutendsten Romans der französischen Literatur: „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ von Marcel Proust, sondern findet sich auch inhaltlich in einzelnen Ausstellungsexponaten von ihr wieder.

Ihre tragikomischen Werke „entwickelt sie aus ihrer sich ständig erweiternden Materialsammlung aus Alltagsbeobachtungen, Zeitungs- und Magazinausschnitten sowie Zitaten aus Songtexten. Ihre Arbeiten sind Momentaufnahmen, Fragmente mit Verweisfunktion, die die Geschichte aber nie bis zum Ende erzählen. Die kleinformatigen Zeichnungen sowie Interventionen im Ausstellungsraum behandeln auf poetische Weise ein ‚sich fremd in der Welt fühlen‘, heißt es seitens des SG1 in der Ausstellungsankündigung.

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Mit den Motiven und Texten ihrer Bilder trifft sie karikierend und/oder kommentierend punktgenau den Zeitgeist, wenn es beispielsweise heißt: „Das Internet hilft mir an dieser Stelle nicht weiter“, wenn die Seite verschmutzt ist. Oder: „What’s the biggest problem with women artists? Non of them can actually paint“, was der renommierte Maler und Bildhauer Georg Baselitz provokant in einem Spiegel-Interview Anfang 2013 einmal sagte.

In einer mehrbildrigen Dia-Show gibt sie Einblick in ihre Malerei und zeigt Zeichnungen der letzten Jahre bis heute. Gruselig, düster bis melancholisch dagegen anzuschauen ist der rund zwanzig minütige Animationsfilm „The man with too much future“, bestehend aus sieben Kurzgeschichten mit Musik von Sean Armstrong. Dies sei ihre erste Ausstellung ohne Originale sagte Gensheimer, die 1976 in Frankfurt am Main geboren wurde und seit Jahren in Bielefeld lebt und arbeitet.

Die Ausstellung ist immer montags von 17 bis 20 Uhr geöffnet oder nach Vereinbarung durch eine Nachricht an kontakt@sg1-kunstraum.de. Der Eintritt ist frei. Es gelten die dann jeweils gültigen Corona-Regelungen.