Lob für Engel der Armen – Kritik für Thomas Geisel

Sebastianer Schützen in Düsseldorf : Lob für Engel der Armen – Kritik für Thomas Geisel

Bedeutsamer Aufmarsch für die Schützen, doch der Verein hatte nicht allen Grund zu feiern. Es gab Unmut darüber, dass der Oberbürgermeister nicht zu der Traditionsveranstaltung kam.

Die Sebastianus-Schützen von 1316 waren ziemlich verärgert. Zu einer ihrer wichtigsten Feststunden, mit der sie seit Jahrzehnten an das Wirken von Stephanie von Hohenzollern, Engel der Armen, erinnern, waren weder Oberbürgermeister Thomas Geisel noch einer seiner Stellvertreter in den Radschläger-Saal gekommen. Sie seien bei der Meisterfeier in der Stadthalle, hieß es. Einer der Schützen: „Die hätten wenigstens für eine halbe Stunde zu uns kommen können. Wir sind doch nicht irgendein Kaninchenzüchterverein“ Schützenchef Lothar Inden fand ohnehin seltsam, dass beide Termine kollidierten: „Das Datum unseres Gedenktages steht seit Langem fest.“ Inden dann über das Wirken der Prinzessin: „Bereits als 15-Jährige besuchte sie in Düsseldorf Menschen in Not, half ihnen.“ Dann spannte er den Bogen zur Gegenwart. „Sie kann heute für uns Vorbild sein. Wo unsere Gesellschaft immer mehr auseinander zu driften droht, Rücksichtslosigkeit, ja Gewalttätigkeit an Stelle von Mitleid und Hilfsbereitschaft treten. Denken Sie an Feuerwehrleute, Rettungssanitäter, Polizisten, die bei ihren selbstlosen Einsätzen oft genug angepöbelt und angespuckt werden.“ Ausgezeichnet und befördert wurden dann verdiente Schützen wie Heinz Haferung (1. Grenadiere) zum Ehrenmajor, Mario Franzen (13. Grenadiere) zum Ehrenhauptmann und Stefan Hövelmann (Reiterkorps Wilhelm Marx) zum Ehrenrittmeister.

(wber)
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