Düsseldorf: Der Herr über die Duftmaschine

Parfümmeile in Düsseldorf : Der Herr über die Duftmaschine

Es liegt was in der Luft in Düsseldorf. Das hat auch maßgeblich etwas mit der Erfindung des Linzer Künstlers Wolfgang Georgsdorf zu tun. Er wirbelt die Luft mit Gerüchen auf.

Schon als Fünfjähriger wollte der österreichische Künstler Wolfgang Georgsdorf immer schnuppern. Medikamente forderte er von seinen Familienmitgliedern ein und sogar Putzmittel. „Papa war Biologe, der Opa Chemiker, irgendwie hat mich das Thema Gerüche wohl auch deshalb schon als Kind gepackt“, erzählt Georgsdorf mit einem milden Lächeln im Gesicht. Um das Riechen zu trainieren, baute er sich eine Art Riech-Panflöte, „um mehrmals täglich wie auf einer Mundharmonika – nur halt mit der Nase – von links nach rechts zu wandern und meinen Geruchssinn zu trainieren“. Dabei blieb es nicht. Seit Donnerstag steht in einem Pavillon am Corneliusplatz sein Smeller, eine seiner Erfindungen. Das ist eine riesige elektronische Geruchsorgel, die mehr als 60 vorgemischte, ausströmende Gerüche im großen Raum verteilt. Geruchsfolgen kommen und gehen wie Bilder, dazu gibt es die passenden Geräusche. Georgsdorfs Mix ist eigenwillig: Blumen und Blätter gehören dazu, aber auch Pferdemist, Meeresrauschen und Reis. 12.000 Kubikmeter Luft strömen bei jeder Session, die knapp über zehn Minuten dauert und alle 20 Minuten stattfindet, durch das große Zelt – aus einem Apparat, der an sich schon Kopfkino verursacht, weil seine futuristische Optik an Raumschiff Enterprise oder Star Trek erinnert. Seine Mission formuliert er klar: „Die Menschheit blickt auf eine 4000 Jahre alte Musikgeschichte zurück, aber die Geschichte des Geruches wird stiefmütterlich behandelt. Dabei ist der Geruch der älteste Sinn, den wir haben, der Geruchssinn ist im Stammhirn verankert, ähnlich wie die Emotionen.“ Georgsdorf und sein Smeller sind eine der großen Attraktionen während der dreitägigen „La Journée du Parfum“, die die Fragrance Foundation jetzt in Düsseldorf stattfinden ließ und an der gut 30 Teilnehmer rund um die Königsallee beteiligt sind.

Da präsentiert die Parfümerie Pieper einschließlich diesen Samstag (11. Mai) einen exklusiven Molekularduft, den Geruchsforscher Hanns Hatt mit der Ruhr Uni Bochum kreierte. Die Birkholz Parfüm-Manufaktur serviert parfümierte Eiscreme. Die Kosmetikmarke Sephora, die es unter anderem im Kaufhof an der Kö gibt, bringt großzügig Kosmetik unter das Volk, wenn es denn ein richtiges Los zieht oder einen Ring richtig platzieren kann. Mitarbeiterinnen bei Douglas an der Kö verschönerten Gesichter mit hochwertigem Make-up, und in den Schadow Arkaden ist es die traditionsreiche Marke Guerlain, die permanent in der Luft liegt. Der neue Trend: Der Duft wird auf eine Art Geschenkband aufgesprüht, das dann elegant um das Handgelenk gebunden wird. Mehr Impressionen und Fotos von der Duftmeile gibt es unter www.rp-online.de/duesseldorf.

Brigitte Pavetic

Mehr von RP ONLINE