Düsseldorf: Klüh-Preis für Ausnahme-Forscher James Nagarajah

Auszeichnung in Düsseldorf : Klüh-Preis für Ausnahme-Forscher James Nagarajah

Der 43-jährige Nagarajah gilt als Schwergewicht unter den Forschern. Die Laudatio hielt der Präsident der Bundesärztekammer Frank Ulrich Montgomery.

Volles Haus bei Oberbürgermeister Thomas Geisel, der Anlass lobenswert, der Zweck herausragend: Der Wissenschaftler und Professor James Nagarajah (43) nahm im Rathaus den Preis der Klüh-Stiftung entgegen. Initiator und Unternehmer Josef Klüh will damit Innovation in Wissenschaft und Forschung fördern, und die Wahl fiel dieses Mal auf Nagarajah, der am Universitätsklinikum Essen sowie am Universitätsklinikum Radboudumc in Nijmwegen lehrt.

Das ist sein Verdienst: Der aus Sri Lanka stammende Ausnahme-Forscher hat ein neues Kapitel in der Behandlung des sogenannten RAIR Schilddrüsenkarzinoms aufgeschlagen. Er markierte einen Weg zur erfolgreichen Behandlung dieses regelmäßig zum Tode des Patienten führenden Karzinoms.

Trotz seiner erst 43 Jahre gilt Nagarajah als Schwergewicht unter den Forschern. Als Zehnjähriger reiste er nach Deutschland ein, machte sein Abitur als Jahrgangsbester und wurde bereits während seines Studiums in Gießen in die Studienstiftung des Deutschen Volkes aufgenommen. Der Wissenschaftler machte mit einer Fülle stark beachteter Veröffentlichungen auf sich aufmerksam. „Werbepapst“ und Professor Coordt von Mannstein, Vorsitzender des Beirats der Klüh Stiftung, sagte: „Ich bin überzeugt, dass Nagarajah mit seiner Begeisterung für die Wissenschaft und seiner hohen Kompetenz noch sehr viel zum Wohle der Menschheit erreichen wird.“ Die Laudatio auf den Geehrter hielt der Präsident der Bundesärztekammer Frank Ulrich Montgomery.

Der war begeistert von Nagarajahs Arbeit. „Vor gut 30 Jahren war ich als junger Assistenzarzt im selben Fachgebiet unterwegs wie er“, erzählte Montgomery. „Es waren Tragödien, Überlebenskämpfe, die ich erlebte mit Blick auf das Schilddrüsenkarzinom, das besonders junge Frauen trifft. Umso wichtiger ist die Arbeit dieses Forschers, der die Auszeichnung mit vollster Berechtigung erhält“, sagte er weiter. „Weitermachen“, riet er dem Wissenschaftler.

Nagarajah erklärte mithilfe eines großen Fernsehers im Jan-Wellem-Saal und einer anschaulichen Präsentation seine jetzt prämierte Arbeit. Montgomery: „Das macht er so gut, da spare ich mir ein Co-Referat, er erklärt das einfach brillant.“ Er freue sich sehr über die Ehrung und das außerordentliche Preisgeld, sagte der Wissenschaftler voller Leidenschaft. Applaus im Rathaus gab es von etwa 30 Gästen, darunter Messechef und Klüh-Beirat Werner Dornscheidt, IHK-Präsident Andreas Schmitz, Stadtwerke-Vorstand Manfred Abrahams und Jonges-Baas Wolfgang Rolshoven. Die Summe der ausgelobten und renommierten Preise (seit 1986 wird die Auszeichnung vergeben) beläuft sich bislang auf 778.000 Euro.

Im Anschluss an die Preisverleihung fand ein festliches Abendessen in der Laterne im Schlossturm am Burgplatz statt.

Brigitte Pavetic

Mehr von RP ONLINE