Judo: Jennifer Goldschmidt und Sebastian Bergmann haben WM im Blick

Jennifer Goldschmidt und Sebastian Bergmann : Judo-Weltmeister haben die Titelverteidigung fest im Blick

Jennifer Goldschmidt und ihr Judo-Partner Sebastian Bergmann bereiten sich mit großem Eifer auf ihre nächsten Ziele vor.

Jüngst wurden Jennifer Goldschmidt und ihr Judo-Partner Sebastian Bergmann noch feierlich für ihre Erfolge im Sportjahr 2018 geehrt. Da ist der Blick des Duos schon längst fest auf die nächsten Herausforderungen gelenkt: Für die beiden Goldmedaillengewinner bei der jüngsten Kata-Weltmeisterschaft in der Kata „Kodokan Goshin Jutsu“ sind die nächsten Ziele äußerst naheliegend. „Zunächst einmal wollen wir bei der Europameisterschaft auf Gran Canaria möglichst gut abschneiden“, sagen sie fest entschlossen. „Und nächstes Jahr wäre es natürlich toll, wenn wir bei der Weltmeisterschaft in Südkorea unseren Titel verteidigen könnten“.

Ob die beiden hauptberuflich als Lehrer tätigen Judoka ihre Ziele erreichen können, ist aber alles andere als gewiss. Dies liegt zum einen an den sportlichen Besonderheiten des Kata-Judo. Denn in der Judo-Variation Kata, bei der es im Gegensatz zum Randori darum geht, eine möglichst perfekte Abfolge von Techniken zu präsentieren, ist ein Höchstmaß an Konzentration für den Erfolg unabdingbar. „Wenn man nur einen kurzen Moment nicht aufpasst, hat das direkt negative Konsequenzen für die Wertung“, brachte Goldschmidt die Herausforderung dabei auf den Punkt. „Als Weltmeister wird man nicht problemlos Europameister.“ Immerhin steht der Teilnahme von Goldschmidt und Bergmann an der Europameisterschaft aus beruflicher Sicht nichts im Wege, da der Wettbewerb in den Sommerferien stattfinden wird. Anders sieht es indes mit der Kata-Weltmeisterschaft aus, die im September in Südkorea ausgetragen wird. Denn für die Teilnahme sind beide Pädagogen darauf angewiesen, von ihren Schulen für diese Zeit freigestellt zu werden.

Trotz der mit den eigenen sportlichen Ambitionen verbundenen Schwierigkeiten und Unwägbarkeiten sind die beiden Judoka des Post SV für das Sportjahr 2019 aber hochmotiviert, was vor allem auch an dem besonderen Reiz ihrer Disziplin liegt. „Das Besondere in der Kata liegt für mich darin, dass man konzentriert an sich selbst arbeitet, sich weiter perfektioniert und dabei lernt, wirklich voll im Hier und Jetzt zu sein“, sagt Goldschmidt und bringt so ihre Faszination für den Sport auf den Punkt. „Das ist, so glaube ich, etwas sehr Wichtiges, das man auch im Leben braucht“. In der konkreten Arbeit im Training feilen Goldschmidt und Bergmann deshalb auch stets akribisch an Form und Ausdruck ihrer Judo-Choreographie. „Wir gucken zum Beispiel immer wieder Videos von unseren Trainings und haben auch eine App auf dem Computer, die alles um 30 Sekunden zeitverzögert aufnimmt.“

„Trotzdem kann man sich ­eigentlich immer noch etwas weiter verbessern – so etwas wie die perfekte Technik gibt es bei uns einfach nicht“. Ob sich ihre Arbeit am Ende in Form von sportlichen Erfolgen auszahlt, ist für die beiden sportbegeisterten und ambitionierten Judoka daher nicht das Allerwichtigste. Denn ein großer Teil ihres Lohns für die eigenen Anstrengungen liegt für sie im Ausüben des Sports selbst.

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