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Der Trainer hat den Polizei SV auf den fünften Platz in der Kreisliga A geführt.

Fußball : „So erfolgreich wie lange nicht“

Der Trainer hat den Polizei SV auf den fünften Platz in der Kreisliga A geführt.

Rudi Kurz hat zu Saisonbeginn den Trainerposten beim A-Ligisten Polizei SV angetreten und erlebt mit der Mannschaft in der Kreisliga A nun einen überraschenden Höhenflug. Im vergangenen Jahr waren die Grafenberger beinahe abgestiegen und landeten als 14. nur knapp über dem Strich, aktuell sind sie stolzer Fünfter. Der 48-jährige Kriminalbeamte aus Mettmann trainierte bislang unter anderem Jugendteams beim VfB Hilden und bei Rot-Weiß Lintorf, und gehörte auch zum Trainerteam um Toni Molina, dem mit dem VfB Hilden der Aufstieg gelang.

Hallo Herr Kurz, Sie sorgen mit Ihrer Mannschaft gerade für überraschende Ergebnisse. Eindrucksvoll waren Ihre acht Siege in Folge.

Kurz Wir sind tatsächlich so erfolgreich wie lange nicht.

Geht da noch was nach ganz oben in Richtung Aufstieg?

Kurz Nein, das schließe ich aus. Da die meisten Spieler im Schichtdienst arbeiten, wir dadurch nie mit der gleichen Mannschaft auflaufen können und sie an jedem Wochenende umbauen müssen, fehlt uns für den ganz großen Wurf die Kontinuität. Mit ihr wäre vielleicht Platz eins möglich. Wir sind in dieser Beziehung aber klar im Nachteil gegenüber der Konkurrenz.

Wie ist der Aufschwung in dieser Saison denn zu erklären?

Kurz Wir haben im vergangenen Sommer einen großen Zulauf gehabt. Elf junge Spieler haben sich uns angeschlossen, meist Kollegen, die sich in der Ausbildung befinden und neu in der Stadt sind. Das kam ganz unerwartet, lief über Mundpropaganda.

Die Spieler haben dann offensichtlich schnell zueinander gefunden.

Kurz Ja, der Zusammenhalt ist gut. Kaum einer hat schon einmal Landes- oder Bezirksliga gespielt. Viele befinden sich erst in der zweiten  oder dritten Seniorensaison. Unsere Stärken sind Moral und Kampfgeist. Die Jungs rennen sich bis zuletzt die Lunge aus dem Hals und versuchen selbst in Unterzahl alles, um einen Rückstand in einen Sieg zu drehen.

Aber Ihr Offensivgeist kann auch schon mal nach hinten losgehen...

Kurz Richtig, so wie zuletzt beim 2:6 beim Tabellendritten SV Hösel. Da muss man den Bus auch schon mal vor dem eigenen Tor parken, statt bedingungslos nach vorne zu rennen. Aber das entspricht einfach nicht der Mentalität meiner Spieler.

Aber die Abwehrarbeit scheint auch insgesamt nicht gut zu laufen. Sie haben viele Gegentore kassiert, viel mehr als alle anderen Teams auf den Plätzen von eins bis zwölf.

Kurz Das Defensivproblem beschäftigt uns schon seit dem Sommer, wir haben es bislang nicht in den Griff bekommen. Das hat viel damit zu tun, dass beim Training oft nur ein, zwei Spieler aus der Vierer-Abwehrkette dabei sind. Da können wir die nötigen Abläufe und Taktiken einfach nicht einstudieren.

Wenn sie den Weg nach ganz oben in der laufenden Spielzeit ausschließen, was sind dann Ihre Ziele für die restlichen Spiele?

Kurz Rang fünf halten, das wäre schon ein großer Erfolg. Schließlich hatten wir uns vor der Saison lediglich vorgenommen, so schnell wie möglich nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben. Und wir möchten die restlichen Spiele genießen. Wir freuen uns alle auf die Vergleiche mit den Spitzenteams Urdenbach, Unterbach und Erkrath. Da wollen wir beweisen, dass wir zurecht auf dem fünften Platz stehen.

Wohin führt Sie der Weg in der nächsten Saison?

Kurz So weit möchte ich nicht vorausschauen. Aber wenn wir den Weg so konsequent weitergehen, dann ist in der nächsten Saison vielleicht tatsächlich auch der Angriff auf die Spitze möglich. Aktuell ist unser Problem aber der fehlende Unterbau. Wir haben keine zweite Mannschaft und keine A-Jugend, nur eine B-Jugend in der Leistungsklasse.