"Pegida" in Düsseldorf Geisel trotzt Gericht - tausende Demonstranten erwartet

Düsseldorf · Entgegen der Anordnung des Verwaltungsgerichts will der Oberbürgermeister am Montag das Rathaus verdunkeln.

Düsseldorf: Dügida - 1000 Teilnehmer bei Gegenkundgebung
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"Pegida" in Düsseldorf: 1000 Menschen demonstrierten im Dezember dagegen

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Foto: Schaller,Bernd

Montagabend werden Tausende Teilnehmer zu den Demonstrationen gegen "Dügida" ("Düsseldorf gegen die Islamisierung des Abendlands") erwartet, für die Anti-Islam-Demo rechnet die Polizei mit mehreren hundert Teilnehmern. Um 18.25 Uhr gehen an vielen Gebäuden aus Protest gegen "Dügida" die Lichter aus, auch das Riesenrad auf dem Burgplatz wird dunkel.

Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) will das Licht im Rathaus ausschalten, auch wenn ihm das Verwaltungsgericht am Freitag untersagt hat.

Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) will das Licht im Rathaus ausschalten, auch wenn ihm das Verwaltungsgericht am Freitag untersagt hat.

Foto: A. Endermann

Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) will das Licht im Rathaus ausschalten, auch wenn ihm das Verwaltungsgericht am Freitag auf Antrag der "Dügida"-Initiatorin Melanie Dittmer im Rahmen einer Einstweiligen Anordnung untersagt hat, dies als Amtsträger zu tun oder zu Gegenkundgebungen aufzurufen. Die Stadt hat gestern tatsächlich den Aufruf von der Internetseite genommen - offizieller Grund ist die Aktualisierung für das Winter Game -, aber schon heute soll dort wieder etwas stehen. Zudem wurden Screenshots (Fotos) des Aufrufs massenhaft über den Kurznachrichtendienst Twitter verbreitet.

Geisel kündigte beim Neujahrsempfang der Fortuna gestern an, er werde den Spruch des Verwaltungsgerichts heute abschließend prüfen und dann Rechtsmittel einlegen. Er sei kein seelenloser Technokrat. "Wir sind einhellig der Meinung, dass in Düsseldorf kein Platz für Ausgrenzung, Intoleranz und das Schüren von Ängsten und Ressentiments ist", sagte Geisel. Es müsse doch möglich sein, dass er als Oberbürgermeister die Werte Toleranz, Humanität und Vielfalt vertreten dürfe.

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Foto: dpa, abu tmk

Zum Rathaus meinte er: "Wir müssen ja auch Energie sparen." Am Abend riefen dann die Bürgermeister Friedrich G.Conzen (CDU), Klaudia Zepuntke (SPD) und Günter Karen-Jungen (Grüne) dazu auf, heute ein Zeichen für Toleranz und Vielfalt und für ein vielfältiges und weltoffenes Düsseldorf zu setzen. Sie rufen alle Düsseldorfer auf, sich der Gegendemonstration anzuschließen. Sie unterstützen das Vorhaben von Oberbürgermeister Thomas Geisel, die städtische Beleuchtung um 18.25 Uhr - nach dem Vorbild von Berlin und Köln - abzuschalten. Denn was in Berlin und Köln begonnen habe, dürfe nicht in Düsseldorf enden. "Auch bedingt durch das für uns nicht nachvollziehbare Urteil des Verwaltungsgerichts Düsseldorf schaut nun ganz Deutschland auf unsere Stadt."

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Zwischen Hauptbahnhof und Innenstadt wird es dann eng. Nach einer Auftaktveranstaltung gegen 18.30 Uhr auf der Friedrich-Ebert-Straße geht es über die Karlstraße und die Graf-Adolf-Straße bis vor die Berliner Allee (siehe Grafik). Die Veranstaltung soll nach einer Abschlusskundgebung gegen 22 Uhr enden. Die Gegen-Demo der Vereinigung "Düsseldorfer Appell" findet ab 18 Uhr auf der Friedrich-Ebert-Straße am DGB-Haus statt. Sie wird von Parteien, Kirchen, Gewerkschaften und vielen anderen Gruppen unterstützt. Das linke Bündnis "Düsseldorf stellt sich quer" hat zwei Versammlungen an der "Dügida"-Route angemeldet: an der Karl-Rudolf-Straße und Mintropstraße.

(RP)
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