Die neue Oper in Düsseldorf muss zusätzliche Angebote schaffen

Diskussion in Düsseldorf geht weiter : Die neue Oper muss mehr sein als eine Oper

Bei der zweiten Podiumsdiskussion zur Zukunft der Oper in Düsseldorf ging es auch um die Lehren aus dem Bau der Elbphilharmonie. Die hatte trotz Kostenexplosion immer genug Unterstützer. Wie kann das sein?

Die Elbphilharmonie kostete nicht 77, sondern 866 Millionen Euro. Sie wurde sechs Jahre zu spät fertig. Bei der zweiten Podiumsdiskussion zur Zukunft der Düsseldorfer Oper (Thema: „Große Oper – aber wo?“) resümierte Jörn Walter, ehemals Hamburger Oberbaudirektor, lakonisch, die Realisierung sei „nicht ganz unkompliziert“ gewesen, was angesichts der Probleme und Kostensteigerungen ein Witz ist.

Aber heute ist die Elbphilharmonie das neue Wahrzeichen Hamburgs. Man habe einen Entwurf umgesetzt, „der über uns und den Tag hinausweist“.

Walter wies auf eine Hamburger Erfahrung hin, die für die Akzeptanz eines solchen Kulturbaus wichtig sein dürfte. Die Erweiterung des Hamburger Stadtgebiets um 40 Prozent läuft über 25 Jahre. An einigen markanten Punkten sollten besondere Entwicklungen ermöglicht werden. Hamburg habe nicht unbedingt eine neue Konzerthalle nötig gehabt, aber mit dem ersten Bild des Entwurfes sei die Öffentlichkeit überzeugt worden, obgleich die Diskussion dann drei Jahre dauerte. Bildregie und Identität (der Saal steht auf einem alten Speicherbau) hätten gestimmt.

Als der Baustopp kam, sei die Stimmung beinahe gekippt. Wichtig sei gewesen, dass mehr als eine Philharmonie entstehe: Wohnungen, ein Hotel und eine gratis für alle zu nutzende Terrasse mit Aussicht. Schließlich nutzten nur vier bis fünf Prozent der Bevölkerung das Konzerthaus selbst.

Opern-Intendant Christoph Meyer bekannte nach Aufforderung aus dem Publikum, genau dies anzustreben. „Die Stadt muss sich bekennen, etwas Besonderes schaffen zu wollen, das auch in 30 oder 40 Jahren noch attraktiv ist.“ Die Oper der Zukunft solle von 9 Uhr bis Mitternacht geöffnet und ein Treffpunkt sein, auch für andere Veranstaltungen, etwa der freien Szene.

Aber wo soll die Oper entstehen? Der Medienhafen ist zwar noch nicht vom Tisch, aber der Trend geht klar zum aktuellen Standort. Interimslösungen sind schwierig und teuer, wie der Münchner Baudirektor Andreas Uhmann verdeutlichte. Planungsdezernentin Cornelia Zuschke verwies auf den laufenden Wettbewerb zum Blaugrünen Ring, der auch das Opern-Areal umfasst.

Zwar dürfte ein Neubau – von einer Sanierung wird nur noch vereinzelt gesprochen – einige Meter Hofgarten kosten. Zuschke meinte jedoch, Düsseldorf sei eine Stadt der neuen Dichte. „Es kann Tugend einer Stadt sein, großartig zu sein und mit wenig Platz auszukommen.“

Termin Die nächste Podiumsdiskussion findet in der Oper am 12. Juni um 19 Uhr statt. Mit dabei sind u.a. Jette Hopp vom Architekturbüro Snøhetta (Opernneubau in Oslo) sowie David Staples, Theatre Projects, London.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Pläne für den Neubau der Oper in Düsseldorf

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