HPP entwirft 140 Meter hohen Opern-Turm für Düsseldorf

Architekten-Idee : Wird Düsseldorfs neue Oper ein 140 Meter hoher Turm?

Bekommt Düsseldorf eine neue Oper? Die Diskussion darum ist voll entbrannt. Jetzt gibt es von Düsseldorfer Architekten einen neuen Vorschlag: einen bis zu 140 Meter hoher Opern-Turm.

Die Düsseldorfer Wirtschaft klinkt sich intensiver in die Stadtentwicklung ein. Das wurde beim Neujahrsempfang der Makler von JLL im Industrieclub am Donnerstag deutlich. Der Termin hat sich zum wichtigsten Treffen der Immobilienbranche in der Landeshauptstadt gemausert. 420 Zusagen waren ein neuer Rekord. Die Reden garantierten ausreichend Gesprächsstoff für das anschließende Zusammensein.

Denn JLL-Niederlassungsleiter Marcel Abel forderte, „dass wir die Vorgaben bezüglich der selbst auferlegten starren Sichtachsen und Höhenbeschränkungen über Bord werfen und dem Dreischeibenhaus endlich einen großen Bruder gegenüberstellen“. Dabei ging es um die neue Oper. Der renommierte Architekt Joachim Faust, Geschäftsführender Gesellschafter des Büros HHP, hatte dazu einen Entwurf geliefert: einen Opern-Turm, 130 bis 140 Meter hoch, der neben der Oper auch Wohnen, Büro, Hotel und Gastronomie beherbergen könnte. Das Dreischeinhaus ist 94 Meter hoch.

Als das Bild an die Wand geworfen wurde, gab es ein Raunen im Saal. Auch die Düsseldorfer Projektschmiede, die Ideen für eine neue Oper vorgelegt hat, hatte in ihre ersten Überlegungen einen Hochpunkt einbezogen. Die HPP-Skizze ist nun konkreter, stapelt in asiatischer Manier die Nutzungen übereinander. „Multi use“ ist laut Abel ohnehin der Trend bei Hochhäusern (60 Prozent Büroflächen, 30 Prozent Wohnen, zehn Prozent Einzelhandel). Schon das Wilhelm-Marx-Haus aus den zwanziger Jahren, für damalige Zeiten sensationelle 57 Meter hoch, beherbergte einen Mix aus Büros, Einzelhandel und ein Theater.

Dem Architekten Faust ging es darum, „eine Idee einzubringen“. Denn eine höhere Ausnutzung des Grundstückes sei bei der Finanzierung der Oper hilfreich. Die Stadt könne das Grundstück in Erbpacht vergeben, also Eigentümerin bleiben, aber einen Beitrag in dreistelliger Millionenhöhe für die Oper erzielen. Oberbürgermeister Thomas Geisel, der mit einem Neubau inklusive Eingang auf der Hofgartenseite sympathisiert, äußerte sich nicht direkt zum Entwurf, kann sich aber die Kombination etwa mit einem Hotel vorstellen. „Das entlastet uns bei den Kosten.“ Düsseldorf habe keine Angst davor, Kunst und Kommerz zusammenzubringen. Und: Man könne den Hamburgern zeigen, wie man einen Kulturbau schön und wirtschaftlich gestalte und pünktlich fertigstelle.

Geisel eilte dann ins Rathaus zum nächsten Termin, Finanzminister Lutz Lienenkämper hatte kurzfristig abgesagt (dafür war Staatssekretär Patrick Opdenhövel da), unter den Gästen zudem: Gregor Berghausen (IHK), Stadtdirektor Burkhard Hintzsche, Sabrina Hermann (Siemens), Thomas Dopheide (Kreishandwerkerschaft), Eckhard Schultz (LEG).

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