Ausstellung zu Vorbildern für ein neues Opernhaus in Düsseldorf

Ausstellung im Opernhaus : Was Düsseldorf von anderen Opern-Neubauten lernen kann

Düsseldorf muss über die Zukunft des Opernhauses entscheiden. Eine Ausstellung informiert über Projekte aus anderen Städten. In Oslo können Bürger sogar über das Operndach spazieren.

Die Überlegungen für eine neue Oper werden konkreter – und die Bürger können teilhaben: Das Opernhaus zeigt eine Ausstellung zu Neubauten und Sanierungen in anderen Städten. Darüber hinaus gibt es Veranstaltungen. Das Ziel: Politik und Stadtgesellschaft sollen eine Vorstellung bekommen, was eine moderne Oper leisten kann – und wie das entsprechende Gebäude aussehen könnte.

Die Ausstellung kommt vom Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt. Dort wird ebenfalls über die Zukunft eines Bühnenhauses diskutiert. Drei erste Erkenntnisse:

Das heutige Gebäude setzt enge Grenzen Auch Intendant Christoph Meyer setzt sich inzwischen für einen Neubau ein. Denn das 1956 eröffnete Gebäude hat nicht nur Mängel wie ein marodes Dach, sondern bedeutet erhebliche Einschränkungen, wie die Experten aus Frankfurt bestätigen: Düsseldorf hat nur eine Seitenbühne und keine Hinterbühne. Das ist ungewöhnlich wenig. Repertoire-Häuser haben in der Regel erheblich mehr Platz, um die häufigen Kulissenwechsel zu stemmen. „Wir gleichen das auf dem Rücken der Beschäftigen aus“, sagt Meyer. Auch der Orchestergraben ist kleiner, als heutige Standards vorsehen. Dazu kommt, dass Proberäume fehlen.

Um das zu ändern, wäre auch eine Sanierung und Erweiterung möglich. Für eine Ausdehnung fehlt am Hofgarten aber der Platz. An der Berliner Staatsoper Unter den Linden hat man sich mit einer unterirdischen Montagehalle beholfen, in Lyon blieb nur die historische Fassade, hinter der nach oben und unten ausgedehnt ein Neubau entworfen wurde. Die Ausstellung zeigt: Solche Konstruktionen können attraktiv sein, sind aber nicht unbedingt günstiger als ein Neubau. Einen einfachen Weg zu einer moderneren Oper gibt es offenbar nicht.

Die Oper in Oslo ist so gestaltet, dass Bürger über das Dach spazieren können. Foto: Scanpix /picture-alliance/ dpa/Knut Falch

Eine Oper kann einen Stadtteil prägen Ein Bühnenhaus kann einem Viertel neue Bedeutung geben. Ein prominentes Beispiel ist das Konzerthaus Elbphilharmonie, das die Hamburger Hafencity an Abenden belebt und Millionen Besucher angezogen hat. Anders als früher lassen viele Städte ihre Bühnenhäuser zudem am Tag offen. Die Elbphilharmonie etwa verfügt über eine Aussichtsplattform ohne Konsumzwang. Die spektakuläre Oper in Oslo ist mit ihrer an Eisschollen angelehnten Form sogar so gestaltet, dass die Bürger auf dem Bau spazieren gehen können, das Foyer wird zudem für viele Veranstaltungen genutzt. Ein solches Konzept kann ein Signal dafür sein, dass sich die oft als elitär gescholtene Oper öffnet.

Berlin Staatsoper Unter den Linden. Foto: Jammers Martina/Martina Jammers
The new Opera house in Oslo was opened for the public during Sunday, 26.08.2007. Foto: Knut Falch / SCANPIX +++(c) dpa - Report+++. Foto: Ja/Scanpix /picture-alliance/ dpa/Knut Falch
Foto: Katja Peglow
The new Opera house in Oslo was opened for the public during Sunday, 26.08.2007. Foto: Knut Falch / SCANPIX +++(c) dpa - Report+++. Foto: Ja/Scanpix /picture-alliance/ dpa/Knut Falch

Eine Operngestaltung braucht Zeit Für die Ausstellung wurde auch ermittelt, wie lange eine Komplettsanierung oder ein Neubau in jüngster Zeit in europäischen Städten gedauert haben. Im Durchschnitt vergehen von der ersten Idee bis zur Eröffnung 12,5 Jahre. Das liegt nicht nur an Planung und Bau. Auch demokratische Prozesse sind zeitaufwändig. Anders geht es nur mit Hilfe von privaten Geldgebern – in Kopenhagen bezahlte ein Mäzen den Neubau der Oper, der schnell erfolgte. Auf einen solchen großherzigen Geldgeber wartet Düsseldorf allerdings noch.

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