Düsseldorf: Ein Gerüst weniger auf der Friedrichstraße

Bauprojekt in Düsseldorf : Rückenwind für Fürst und Friedrich

Die ersten Gerüste am neuen Bürohaus Fürst & Friedrich sind jetzt abgebaut worden. Der Entwickler ist zuversichtlich, dass bereits im September die ersten Mieter in dem Komplex in Friedrichstadt einziehen können.

Die Entwickler des neuen Bürohauses Fürst & Friedrich sind zufrieden, alles läuft nach Plan: Nachdem Art-Invest schon vor über einem Jahr einen Mieter für ein Drittel der Fläche gewinnen konnte – das Unternehmen Design Offices, das flexible Arbeitswelten anbietet –, ist inzwischen nicht mehr viel Platz in dem 15.500 Quadratmeter großen Komplex an der Friedrichstraße übrig. „75 Prozent sind weg, eineinhalb Etagen stehen noch frei“, sagt Aldijana Kolic von Art-Invest.

Im Februar dieses Jahres wurde bekannt, dass BMS Consulting ihren Firmensitz von der Bahn- an die Friedrichstraße verlegen wird, außerdem soll auch ein internationales IT-Beratungsunternehmen einen Mietvertrag unterschrieben haben, „momentan können wir aber noch keine Details nennen“, sagt Kolic. Nur so viel: Die IT-Firma hat in Deutschland bereits Standorte, wird in der Friedrichstadt ihren ersten Sitz in Düsseldorf eröffnen, an dem 200 bis 250 Menschen arbeiten sollen.

Gut geht es auf der Baustelle voran, Kolic ist zuversichtlich, dass Fürst & Friedrich im September, so wie bei der Grundsteinlegung im Januar 2018 prognostiziert, eröffnet werden kann. In den letzten Tagen sind bereits erste Gerüste an der Fassade abgebaut worden, das freut vor allem Nachbarn wie Sebastian Knepper von Holy Craft, der seinen Bier-Shop direkt gegenüber hat.

Die noch eingerüstete historische Fassade am Fürstenwall soll in den Neubau integriert werden. Foto: Nicole Kampe (nika)

„Ein Gerüst weniger auf der Friedrichstraße“ steht in einem Post auf der Facebookseite der Initiative „Die Friedrichs“ geschrieben, die der Straße nach den vielen Jahren voller Baustellen wieder ein bisschen Leben einhauchen will. Auch Aldijana Kolic von Art-Invest ist Teil der Initiative, der Entwickler wollte etwas zurückgeben, vor allem an die direkten Nachbarn, die viel Lärm und Dreck ertragen haben in den letzten Monaten.

Im Januar 2017 fand ein letzter Rundgang durch das ehemalige WestLB-Gebäude statt, das an der Ecke Friedrichstraße/Fürstenwall/Talstraße liegt. Ende des 19. Jahrhunderts zog die Landesbank in das Gebäude, noch in den 70ern vergrößerte sich die WestLB. Am 1. Juli 2012 hörte das einst stolze Kreditinstitut nach Verlusten und Skandalen auf, zu existieren. Tausende Jobs fielen weg. Und das Gebäude wurde leergezogen. Weil die Geschosshöhen, die Barrierefreiheit und die Grundrisse nicht mehr den heutigen Anforderungen entsprachen, ist das Haus abgerissen worden.

Heute wollen Mieter selbst entscheiden, wie sie ihre Fläche gestalten, ob sie ein Großraumbüro bevorzugen oder doch lieber getrennte Räume haben. Einzig die alte Fassade, die nicht einmal unter Denkmalschutz stand, ist geblieben, die Wolfgang Marcour, Geschäftsführer vom Architektenbüro Slapa Oberholz Pszczulny (SOP), unbedingt erhalten wollte und die während des Neubaus auch sorgfältig eingerüstet ist. Ein Relikt aus einer Zeit, als Düsseldorf noch Teil der preußischen Rheinprovinz war, ein Relikt, das die Stadtwappen von Koblenz, Köln, Düsseldorf, Aachen und Trier zeigt.

800 Menschen sollen irgendwann im Bürohaus Fürst & Friedrich arbeiten. Im Erdgeschoss wird ein Café entstehen, außerdem eine Multifunktionstagungswelt, die 800 Quadratmeter messen wird. Im Dach­geschoss wird der umlaufende Balkon ausgebaut mit einer Tiefe von 3,30 Metern.

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