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Dormagen: Zu wenige Stimmen für die Hallenbäder

Dormagen : Zu wenige Stimmen für die Hallenbäder

Der zweite Bürgerentscheid der Stadt war nicht erfolgreich: 7617 Ja-Stimmen waren notwendig, um den Erhalt und die Sanierung der beiden städtischen Hallenbäder durchzusetzen. Am Ende waren es nur 5627. Jetzt kommt ein Neubau.

In Dormagen wird es ein neues Hallenbad geben, die beiden städtischen Hallenbäder in Nievenheim und in der Stadtmitte werden abgerissen. Das ist die Folge aus dem zweiten Bürgerentscheid, der gestern nicht im Sinne der Initiatoren ausgegangen ist. 5627 Wähler stimmten dafür, dass die Hallenbäder erhalten und saniert werden, 3235 Dormagener stimmten dagegen. Die Bürgerinitiative (BI) Bad, die das Verfahren initiiert hatte, hätte 7617 Ja-Stimmen benötigt.

Foto: Berns, Lothar

Zum Vergleich: Beim ersten Bürgerentscheid in der Geschichte der Stadt hatten sich im November vergangenen Jahres 11 135 Dormagener für den Erhalt der Römer-Therme ausgesprochen. Das waren 90,3 Prozent der abgegebenen Stimmen. Gestern lag die Zustimmung bei 63,5 Prozent. Dass weniger als 18 Prozent von ihrem Wahlrecht Gebrauch machten, war der Knackpunkt. Denn angesichts der Hürde — 15 Prozent der Abstimmungsberechtigten hätten mit Ja stimmen müssen — war der Bürgerentscheid nur schwer zu gewinnen.

Dementsprechend niedergeschlagen äußerte sich die BI Bad: "Das Ergebnis ist natürlich sehr enttäuschend für uns", sagte Sprecherin Kerstin Born. "Wir haben uns sehr eingesetzt und uns nichts vorzuwerfen." Lob kam vom "Sieger": "Die BI hat gut mobilisiert", sagte Stadtkämmerer Kai Uffelmann. Auch die Hochburg der Initiative konnte den Bürgerentscheid nicht retten: Trotz langer Schlangen vor dem Wahllokal in der Friedensschule kamen durch die Nievenheimer und Delrather nur 1240 Ja-Stimmen zusammen. "Zu wenig", befand Kerstin Born. Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann sah sich bestätigt: "Das ist das von mir erwartete Ergebnis und eine auch finanzpolitisch vernünftige Entscheidung."

Mit diesem Ausgang des Bürgerentscheids steht zwar fest, dass ein neues Hallenbad mit acht Bahnen und einem Lehrschwimmbecken gebaut wird. Der Standort ist hingegen noch offen, weil es darüber noch keine politische Entscheidung gibt. Sowohl Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann und Kämmerer Kai Uffelmann als auch CDU-Fraktionschef Wiljo Wimmer und Parteichef André Heryschek gehen davon aus, dass es ein Standort in der Stadtmitte sein wird. Diese Frage kann streitig werden: Denn der CDU-Ortsverband Nievenheim legte sich gestern Abend noch in einer Stellungnahme fest: "Es ist nur konsequent, das neue Hallenbad in den Norden der Stadt zu platzieren", sagte die Vize-Vorsitzende Barbara Brand, die einen Standort an der Robert-Koch-Straße kritisch sieht. "Möglicherweise findet sich ja auch noch eine dritte Lösung."

Die Standort-Frage beschäftigt ebenso die SPD, wie Parteichef Erik Lierenfeld erklärte: "Die erste Hürde für den Neubau ist mit einem klaren Meinungsbild der Bürger genommen, jetzt geht es darum, möglichst schnell eine Entscheidung für einen konsensfähigen Standort zu treffen." Dezernentin Tanja Gaspers mahnt zur Eile: "Nach dem klaren Votum für einen Neubau muss er in zwei Jahren stehen, da der bauliche Zustand der Bäder so schlecht ist."



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