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Grundschule in Hamminkeln: Rat gibt klares Votum für den Neubau

Grundschule in Hamminkeln : Rat gibt klares Votum für den Schulneubau

Mit 28 zu neun Stimmen war das Ergebnis für den neuen Standort der Grundschule deutlich. In der Sondersitzung des Rates am Mittwochabend blieben die Gräben jedoch tief – und eine Frage noch völlig offen.

Die Auseinandersetzung um den Standort der Grundschule und die Debatte im Vorfeld hatten an Bürgermeister Bernd Romanski genagt. Sanierung des alten Gebäudes an der Bislicher Straße oder Neubau am Schulzentrum an der Diersfordter Straße? Der Streit war ein emotionaler Kraftakt. Der Verwaltungschef hatte Angriffe abbekommen. Vor der Entscheidung im Rat wandte er sich deutlich und ein wenig bitter gegen Aussagen, die der Gesamtschule sogar ein Drogenproblem zuwiesen. „Eine Frechheit, das weise ich deutlich zurück“, sagte Romanski direkt zum Einstieg.

Früher als gedacht bekam er in der Ratssondersitzung am Mittwochabend ein Ergebnis. In kaum einer Stunde war man durch, alles war gesagt. 28 zu neun Stimmen machten den Weg für die neue Grundschule am Schulzentrum frei. Vier FWI-Stimmen und fünf von der CDU, die ohne Fraktionszwang antrat, waren gegen den Beschluss. CDU-Fraktionschef Johannes Bauhaus hatte zuvor erklärt, dass die Stimmabgabe frei sei.

Damit scheiterte auch das Vorhaben der Bürgerinitiative „Die Schule im Dorf lassen“, die am Tag zuvor eine Liste mit 1693 Unterschriften für den Erhalt der Grundschule am alten Standort abgegeben hatte. Wilhelm Kloppert ging in der Fragestunde vor Ratsbeginn für die Gegner in die Bütt. Viele Bürger seien mit der hohen Investition von 30 Millionen Euro, ein Rekord für Hamminkeln, nicht einverstanden, sagte er. Doch letztlich konnte das den Großteil des Rates nicht vom Weg abbringen. Grüne, SPD, FDP, USD und weite Teile der CDU stimmten wie erwartet für einen Neubau.

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Für die FWI war es eine bedeutende Stunde im Rat. Fraktionschef Martin Wente versuchte die Wende, setzte mit dem Antrag, 20 Millionen Euro für den Umbau und die Sanierung der alten Grundschule inklusive des Umbaus des Evangelischen Kindergartens zu investieren, einen wenn auch erfolglosen Akzent. Der FWI-Mann kritisierte, dass es keine bauliche Zustandserfassung der jetzigen Schule gibt. Er meinte außerdem, eine Sanierung im Bestand sei schneller zu machen als von der Stadt angegeben.

Ein ziemlich einsamer Kampf, auf den Gisela Brick (Grüne) so reagierte: Sie zückte ihr Smartphone, stellte es auf volle Lautstärke und spielte den Höllenlärm ab, den Kinder und Lehrer an einer Schulbaustelle in Rösrath aushalten müssten. Elke Neuenhoff (FDP) fragte Wente, ob der ab sofort Experte fürs Bauen sei. Auch Jörg Adams (SPD) reagierte verschnupft auf die FWI, ein Neubau sei „die richtige Antwort auf eine wichtige Zukunftsfrage“. Zustimmend meldete sich Jens Wischerhoff als Elternvertreter. Er forderte im Sinne der Eltern und Kinder eine schnelle Entscheidung.

Ein weiteres Thema blieb völlig offen. Ulrich Streich (FWI) fragte, was mit dem alten Standort an der Bislicher Straße und dem Schulgebäude von 1910 geschieht. Dass, so Romanski, sei noch kein Thema gewesen, und dafür gebe es auch keine planerische Vorbereitung.

Noch diffiziler macht ein plötzlich aufgetauchtes Problem den Schulkomplex: das KfW-Förderchaos. Auf Nachfrage von Johannes Bauhaus (CDU) sagte Kämmerer Robert Graaf, dass der Förderstopp der KfW-Bank für energieeffizientes Bauen die Planungssicherheit in allen Vorhaben trifft, bei der man auf solche Mittel setzen würde. Damit könne man weder für den Neubau noch für die Sanierung auf entsprechende Fördermittel setzen.