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Dormagen: Dormagener räumen 16 Tonnen Müll weg

Dormagen : Dormagener räumen 16 Tonnen Müll weg

Rund 2700 Freiwillige haben beim 12. Sauberhafttag mitgemacht. Auch die Pfadfinder waren beim großen Frühjahrsputz der Stadt dabei.

Mitten in der Natur stört Müll am meisten. Nils Schmalbuch geht durch den Zonser Grind und sieht am Wegrand eine Plastikflasche und das Papier von einem Schokoriegel. Der 13-Jährige hebt beides auf und packt es in eine blaue Mülltüte, die er bei sich trägt. Weniger Meter weiter liegt ein Zigarettenstummel im Gras. Auch der wandert in die blaue Tüte. Nils sammelt allen Müll auf dem Weg von Stürzelberg zu "Pitt-Jupp". Er macht das nicht alleine, sondern zusammen mit zwanzig anderen Pfadfindern. Und auch die sind nicht alleine, sondern nur ein Bruchteil der 2700 Teilnehmer, die am Samstag Dormagen von wildem Müll befreit haben. Und das bei strömendem Regen. Am Ende kommen auf dem Betriebshof der EGN 16,11 Tonnen Müll zusammen.

Die St. Georg-Pfadfinder waren im Zonser Grind fleißig (oben), auf dem Kirmesplatz an der Stommelner Straße holt die EGN Müll ab. Foto: H. Jazyk

Nils Schmalbuch kann das Wetter nichts anhaben: "Ich bin ja nicht aus Zucker", sagt er. So geht es am Samstag vielen. Auch der Erste Beigeordnete Kai Uffelmann trotzt dem Regen. "Meine Hose ist immer noch nass", sagt er bei der Pressekonferenz der Stadt zum Abschluss des Sauberhafttags. Zusammen mit Pressesprecher Harald Schlimgen hat er in Dormagen angepackt. Dort musste er auch erfahren, wie ekelerregend Müll sein kann. "Wir haben einige Pet-Flaschen gefunden, in den Urin drin war", sagt Uffelmann noch immer geschockt. Beim Ordnungsamt kenne man das Problem schon. Die unappetitlichen Flaschen stammen wohl "von LKW-Fahrern, die ihre Notdurft so während der Fahrt erledigen, um früher am Ziel anzukommen". Auch die stolze Zahl von über 16 Tonnen gesammeltem Müll sei eigentlich unerfreulich. "Einerseits spricht die Menge für das Engagement der Bürger, andererseits ist es traurig, dass weiter so viel in der Natur weggeworfen wird."

Die 14 ehrenamtlichen Koordinatoren können dann auch von kuriosen Fundstücken berichten. Eine Auspuffanlage, Spritzen oder Altreifen gehören fast schon zum Normalen. Denn auch eine leere Gasflasche, ein Stehtisch, eine Matratze und Schränke ("Eine halbe Single-Wohnung") wurden in der Natur entsorgt. "Bei der Zonser Fähre finden wir jedes Jahr rund 50 Kilogramm an Likörflaschen", sagt Joachim Fischer, Koordinator für Zons ernüchtert. Im Zonser Grind geht es unterdessen gerade nicht um Müll. "Guck mal", sagt eine junge Pfadfinderin. In ihrer Hand baumelt ein sehr langer und dicker Regenwurm, den sie Leiterin Nadine Kollhoff (30) stolz vor die Nase hält. "Den Kindern macht der Regen ja gar nichts aus", stellt sie fest. Der 13-Jährige Nils räumt unterdessen weiter Müll vom Wegesrand weg. Als seine Tüte voll ist, befestigt er sie am Wegesrand, wo sie später der Stammesbus abholen wird.

Die Koordinatoren geben dem Beigeordneten Kai Uffelmann derweil noch Verbesserungsvorschläge auf den Weg. "In Hackenbroich fehlen teilweise Mülleimer", sagt Willi Nicolini. Uffelmann verspricht, die Anregung mitzunehmen. Schließlich sei der Sauberhafttag nur eine von drei Säulen auf dem Weg zu einer sauberen Stadt. "Unser Sauberhaft-Mobil ist das ganze Jahr über unterwegs", nennt der Beigeordnete die erste Säule. Die dritte Säule besteht aus der Bewusstseinsbildung. Dazu gehören Plakate und auch Strafen des Ordnungsamtes. In Zons geben sich die Pfadfinder nach drei Stunden dem Regen geschlagen. Zu Fuß und mit dem Stammesbus geht es zurück ins Johanneshaus, wo die obligatorische Erbsensuppe des Deutschen Roten Kreuz (DRK) schon wartet. 17 Helfer des DRK haben 322 Portionen Suppe gekocht und die zu den Helfern gebracht. Und das scheint zu schmecken, denn bei keinem der 17 Helfer bleibt eine Portion übrig.

(NGZ)