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Sparkasse Solingen sucht Standort in Unterburg

Geldautomaten-Versorungslücke in Solingen : Sparkasse sucht Standort in Unterburg

Die Beschwerden der Bürger häufen sich. Seit dem Hochwasser im Sommer fehlt Sparkassen-Kunden die Möglichkeit, in Burg ohne Gebühren Geld abzuheben. Die Sparkasse hofft, zügig einen neuen Automaten installieren zu können.

Ein gutes halbes Jahr nach dem verheerenden Hochwasser vom Juli 2021 fehlt in Unterburg immer noch die Möglichkeit, an einem Automaten der Stadt-Sparkasse Solingen Geld abzuheben. Ein Zustand, der vor allem für die älteren Sparkassen-Kunden im Ort zunehmend zu einem Ärgernis wird, sind sie – seit die bisherige Filiale überschwemmt wurde und geschlossen werden musste –  doch gezwungen, teils mühsame Fahrten auf sich zu nehmen, um an anderen Geldautomaten im Stadtgebiet an Bargeld zu zu kommen.

Dabei ist das Problem den Verantwortlichen der Stadt-Sparkasse durchaus bewusst, die darum an einer Lösung arbeiten. Dies hat der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse, Stefan Grunwald, bei einem Auftritt vor der Bezirksvertretung (BV) Burg / Höhscheid nun noch einmal unterstrichen. „Wir wollen so schnell wie möglich einen neuen Geldautomaten in Unterburg aufstellen“, sagte Grunwald am Donnerstagabend bei der BV-Sitzung im Theater und Konzerthaus, wo er sich den Fragen der anwesenden Politiker stellte.

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Allerdings, so Grunwald, gestalteten sich die Bemühungen eher schwierig, denn einfach einen neuen Automaten aufzustellen, gehe nicht. Der Hintergrund: Bei dem Hochwasser im vergangenen Sommer wurde das ohnehin schon marode alte Gebäude, im dem die SB-Filiale der Sparkasse bislang untergebracht war, weiter in seiner Bausubstanz geschädigt. Was wiederum zur Folge hat, dass einstweilen unklar bleibt, inwieweit sich eine Sanierung des nicht unter Denkmalschutz stehenden Fachwerkbaus überhaupt noch lohnt. Stefan Grunwald: „Die Kosten könnten sich nach dem, was wir zurzeit wissen, auf einen siebenstelligen Euro-Betrag belaufen“.

Deshalb ist die Stadt-Sparkasse Solingen dazu übergegangen, nach alternativen Aufstellmöglichkeiten zu suchen – wobei sich längst nicht jeder Standort eignet. Denn seitdem vornehmlich aus den Benelux-Staaten kommende kriminelle Banden Geldautomaten sprengen, wie dies im März 2020 zum Beispiel in Unterburg geschah, sind freistehende Automaten bei den Geldinstituten tabu.

Gleichzeitig ist aber speziell in Unterbug die Auswahl an potenziellen Automaten-Standorten ausgesprochen begrenzt. „Es sollte sich aus Sicherheitsgründen nicht um Wohnhäuser handeln“, sagte ein Sprecher der Stadt-Sparkasse am Freitag mit Hinweis darauf, dass in Unterburg fast sämtliche Häuser als Wohngebäude genutzt werden.

Aus der BV waren deshalb schon am Vorabend einige Vorschläge gekommen. So brachte Bezirksbürgermeister Paul Westeppe (CDU) die Seilbahn ins Spiel. Und Axel Birkenbeul (SPD) nannte ein zur evangelischen Kirche gehörendes Gebäude als potenziellen Ort für einen Automaten. „Wir sind offen für Standort-Anregungen  und bereit, mit einem Hauseigentümer einen langfristigen Vertrag zu schließen“, betonte Sparkassen-Chef Stefan Grunwald, der ferner versicherte, die Stadt-Sparkasse sei sich der misslichen Situation in Burg bewusst.

Tatsächlich ist nämlich auch der Standort Oberburg ohne Geldautomat der Sparkasse. Am dortigen alten Schulgebäude war ein Automat 2019 im Zuge der Sanierungsarbeiten an Schloss Burg abgebaut worden. Pläne, einen neuen Automaten im Schloss-Bereich zu installieren, zerschlugen sich aus Denkmalschutzgründen. Überdies war kein Hausbesitzer bereit, in seiner Immobilie einen Geldautomaten aufstellen zu lassen, weswegen die Stadt-Sparkasse die Suche nach einem Standort in Oberburg aufgegeben hat. Stattdessen will man sich jetzt zunächst auf Unterburg konzentrieren.