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Monheim: 1751 Meldungen gingen im Jahr 2021 im Mängelmelder ein

Stadtverwaltung setzt auf digitales System : Mängelmelder: Bürger beschweren sich über Abfall und Dreck

Die Stadt Verwaltung hat mit der Einführung der Beschwerde-Plattform im Jahr 2012 schon früh auf digitale Bürgerschaftsbeteiligung gesetzt.

Monheim Abgesackte Pflastersteine, kaputte Straßenlaternen oder wild entsorgter Müll: Schon seit zehn Jahren biete der Mängelmelder Bürgern einen schnellen und unbürokratischen Weg, die Stadtverwaltung auf Schäden und Ärgernisse im Stadtgebiet aufmerksam zu machen, teilt Stadtsprecher Thomas Spekowius mit.

Die Stadt Verwaltung habe mit der Einführung der Beschwerde-Plattform im Jahr 2012 schon früh auf digitale Bürgerschaftsbeteiligung gesetzt. Das Online-System im städtischen Mitmach-Portal, das auch mobil als App nutzbar sei, werde auch im zehnten Jahr oft genutzt. Das belege der Blick auf die Statistik für das vergangene Jahr: Vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 nutzten Bürger in 1751 Fällen den Mängelmelder, um der Stadtverwaltung ein Anliegen zu melden. „Das sind im Schnitt 146 Meldungen pro Monat und 34 Meldungen pro Woche“, so Spekowius. Eingebracht wurden die Hinweise und Beschwerden von rund 900 Nutzern.

Mehr Meldungen habe es bislang nur im Mängelmelder-Rekordjahr 2020 mit 1917 Eingaben gegeben. Mehr Meldungen bedeuteten allerdings nicht, dass gleichzeitig die Zahl der Mängel im Stadtgebiet zunehme: Parallel sinke das Meldungsaufkommen über andere Kanäle wie Telefon, E-Mail oder das Kontaktformular auf der städtischen Internetseite.

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Die meisten Meldungen (449) seien im vergangenen Jahr in der Kategorie Abfall und Sauberkeit eingegangen (26 Prozent), gefolgt von 261 Meldungen (15 Prozent) zum Thema Grünflächen. Platz drei hätten mit 244 Eingaben (14 Prozent) Verkehrsangelegenheiten eingenommen. 229 Meldungen seien in die Kategorie Sicherheit und Ordnung gefallen, zu Straßenschäden gebe es 105 Meldungen und zum Radverkehr 103. 95 Hinweise hätten die Bürger zum Thema Spielplätze gemacht. Als sonstige Anregungen seien 86 Meldungen erfasst worden. 67 seien zudem in der Kategorie Beleuchtung eingegangen, 65 zum Thema Baustellen, 22 zur Straßenentwässerung, 14 zum Thema Kanal und 11 zu Brunnen, zu denen auch die Stadtbrunnen, also die städtischen Trinkwasserstationen im Stadtgebiet zählen, so Thomas Spekowius.

Die Handhabung des Mängelmelders sei einfach: Ort und Kategorie wählen, Text eingeben, bei Bedarf ein Bild ergänzen, abschicken - fertig. „In manchen Fällen müssen Meldungen aber auch abgelehnt werden“, weiß Sabine Rottmann, eine der beiden Koordinatorinnen für Bürgerschaftsbeteiligung bei der Stadtverwaltung. Insbesondere Meldungen zu Falschparkern sowie dem Vergehen Einzelner gehörten nicht in die Online-Plattform. „Parkverstöße sind keine Schäden im Sinne des Mängelmelders, sondern Ordnungswidrigkeiten, die nicht für ein öffentlich zugängliches Portal bestimmt sind“, sagt Sabine Rottmann.

„Müll wird uns grundsätzlich gerne über den Mängelmelder gemeldet“, berichtet Olivia Konieczny, die die städtischen Beteiligungsformate zusammen mit Rottmann betreut. In die Kategorie Abfall und Sauberkeit fielen zum Beispiel Verschmutzungen auf Grünflächen, volle Abfalleimer oder herumliegendes Laub.

Im vergangenen Jahr sei besonders oft unkorrekt abgestellter Sperrmüll gemeldet worden. Die Abholung erfolge in Monheim eigentlich auf Abruf mit Terminvergabe durch den Entsorger. Nachdem jedoch immer wieder Bürger über den Mängelmelder sowie auf anderen Kanälen auf Dauer-Sperrmüllhaufen insbesondere in den dicht besiedelten Wohnvierteln aufmerksam gemacht hätten, habe die Stadtverwaltung handeln müssen.

Durch das vorzeitige Bereitstellen von Sperrmüll, das Dazulegen von Abfällen, die gar kein Sperrmüll seien, sowie teils auch Mülltourismus hätte sich die Situation verschärft. Das Thema habe im Sommer zu einem Gespräch zwischen der Stadtverwaltung und der LEG geführt. Beide Seiten hätten eine Verdoppelung des Abhol-Rhythmus vereinbart: Seit August gelten beispielsweise im Berliner Viertel feste Termine mit dem Entsorger im Abstand von 14 Tagen. Davor hatte es Abholungen im Vier-Wochen-Rhythmus gegeben, was offenbar nicht ausreichte. „Hier haben die Meldungen der Bürger im Mängelmelder zu einer deutlichen Entschärfung des Problems beigetragen“, sagt Konieczny.

Den Mängelmelder finden Bürger im städtischen Mitmach-Portal unter www.mitmachen.monheim.de oder direkt unter www.maengelmelder.monheim.de.

(pc)