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Bad-Entscheid in Dormagen: Contra: Stadtkämmerer Kai Uffelmann

Bad-Entscheid in Dormagen : Contra: Stadtkämmerer Kai Uffelmann

Am Sonntag sind die Dormagener aufgerufen beim Bürgerentscheid darüber zu entscheiden, ob die beiden städtischen Hallenbäder in Nievenheim und in der Stadtmitte saniert und damit erhalten bleiben. Stadtkämmerer Kai Uffelmannn nennt seine Argumente.

Welche Kosten entstehen bei einer Sanierung der beiden Hallenbäder?

Die Sanierungskosten liegen nach übereinstimmender Aussage zweier Fachbüros bei 8,8 Millionen Euro. Die Gutachter haben ihre ursprünglich abweichenden Kostenschätzungen verglichen und abgestimmt. Da wurde nicht einfach ein Mittelwert festgelegt, wie die BI Bad behauptet. Für den genannten Betrag würden die alten Bäder einfach wiederhergestellt - ohne eine bedarfsgerechtere Ausstattung, die sich auch die DLRG wünscht.

Wie teuer ist der Bau eines neuen Hallenbades mit acht Bahnen und Lehrschwimmbecken?

Das Fachbüro Geising + Böker hat die Investition mit 7,32 Millionen Euro beziffert. Um einen Puffer für eventuell zusätzlich erforderliche Bauaufwendungen zu haben, wurden die Kosten dann mit acht Millionen Euro angesetzt. Finanzielle Risiken sind sowohl bei dem Neubau wie auch bei der Sanierung nicht völlig auszuschließen. Der Neubau ist laut Gutachten aber günstiger als die Sanierung und spart vor allem Kosten in der Unterhaltung.

Wie unterscheiden sich die Folgekosten bei einer Sanierung bzw. bei einem Neubau?

Die laufenden Unterhaltungskosten sind bei dem Neubau um etwa 165 000 Euro pro Jahr niedriger als beim Fortbetrieb zweier Bäder. Allein schon durch die Energiekostenentwicklung wird sich dieser Vorteil künftig noch verstärken. In dem Neubau können alle bisherigen Schwimmangebote erhalten bleiben, dies aber mit wesentlich geringerem Aufwand. In unserer städtischen Haushaltssituation ist das ein entscheidendes Argument.

Wie wäre es möglich, alle Nutzer aus zwei Bädern in einem einzigen, neuen Bad unterzubringen?

Der Neubau verfügt über eine größere Wasserfläche als beide bisherigen Bäder zusammen. Die SVGD plant sogar eine Ausweitung der Nutzungszeiten. Durch das separate Lehrschwimmbecken, das auch akustisch abtrennbar ist, ist das Bad multifunktional nutzbar. Das Lehrschwimmbecken eignet sich mit seinem Hubboden für seniorengerechte Angebote wie Wassergymnastik. Hinzu kommt der Kleinkinderbereich mit Wasserpilz und Rutsche.

Welches sind die entscheidenden drei Argumente für bzw. gegen eine Sanierung der beiden Bäder?

Der Neubau bietet mehr Qualität im Schwimmangebot und verhilft uns gleichzeitig zu deutlichen Einsparungen. Im gesamtstädtischen Interesse ist er daher die beste Lösung. Ich halte es für verständlich, dass die Nievenheimer gern ein öffentliches Schwimmbad in ihrem Ort behalten wollen. Andererseits würde das Dormagener Bad bei der Sanierungslösung weiter - mit Ausnahme der Frühschwimmer - ein reines Schul- und Vereinsbad bleiben.

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