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Trockenheit: NRW-Umweltministerium warnt vor Waldbrandgefahr

Trockenheit : Umweltministerium warnt vor erhöhter Waldbrandgefahr in NRW

Typisches Aprilwetter gab es in Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr noch nicht. Im Durchschnitt fielen in NRW nur zwei Liter Regen. Vor allem Land- und Forstwirte machen sich Sorgen.

Regen Fehlanzeige, stattdessen Sonne satt: Land- und Forstwirtschaft beobachten die anhaltende Trockenheit mit Sorge. Auch die Feuerwehren haben immer häufiger mit Waldbränden zu kämpfen. Niederschläge sind derweil weiter nicht in Sicht.

Vor allem für neu angepflanzte Bäume sei die Lage problematisch, sagt Michael Blaschke vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW. Der Grund: Der Oberboden sei bis in eine Tiefe von 15 Zentimetern sehr trocken. Darunter sei es allerdings noch einigermaßen feucht. „Das reicht für die meisten Bäume noch aus.“ Hinzu komme die Belastung durch Borkenkäfer. Zwar könnten sich Fichten mit Harz gegen den Schädling wehren. Das könnten sie aber nur bilden, wenn genügend Wasser vorhanden sei. Auch der Waldbauernverband NRW beklagt laut Geschäftsführerin Heidrun Buß-Schöne „jetzt schon Borkenkäfer-Schäden“. Grund seien die Trockenheit und der milde Winter, den viele Käfer überlebt hätten.

Der Deutsche Wetterdienst erwartet für die nächsten Tage weiterhin viel Sonne bei steigenden Temperaturen. „In nächster Zeit ist kein Regen in Sicht, wahrscheinlich bis einschließlich Freitag“, sagt DWD-Meteorologin Ulrike Zenkner. Am Donnerstag soll es mancherorts in NRW bis zu 25 Grad warm werden. Doch Achtung: Im Bergland ist in den Nächten weiterhin Bodenfrost möglich.

Ob es am Wochenende regnen könne, sei noch offen. „Einige Modelle deuten das an.“ Insgesamt sind laut Regionalem DWD-Klimabüro im April in NRW im Schnitt erst zwei Liter Regen pro Quadratmeter gefallen.

Das Umweltministerium warnt vor erhöhter Waldbrandgefahr in Nordrhein-Westfalen. Erst am Montag gab es in Gummersbach einen Großeinsatz der Feuerwehr wegen eines Waldbrandes in Innenstadtnähe. „Die letzten nennenswerten Niederschläge hatten wir vor mehreren Wochen. Durch die Trockenheit besteht eine akute Gefahr für Wald- und Vegetationsbrände“, erklärte Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) auf Anfrage. Sie verwies auf das Rauchverbot im Wald und appellierte an Waldbesucher, Zufahrten für Rettungsfahrzeuge nicht zuzuparken. Auch sollten Autofahrer auf befestigten Flächen parken, damit heiße Autoteile kein Gras in Brand setzen können.

Die Feuerwehren in NRW mussten bereits zu mehreren Waldbränden ausrücken, in der vergangenen Woche etwa in Bonn, Ennepetal, Wegberg, Hemer oder Bergisch Gladbach, wo 4000 Quadratmeter Wald brannten. Der Regionalverband Ruhr hat in seinen Wäldern seine drei Feuerwachtürme seit vergangener Woche wieder besetzt. Tagsüber halten dort Beobachter Ausschau nach Bränden. In diesem Jahr hat es laut RVR-Sprecher Jens Hapke aber noch nicht in einem RVR-Wald gebrannt. Für Mittwoch rechnet der Deutsche Wetterdienst für größere Landesteile mit Gefahrenstufe vier, der zweithöchsten Warnkategorie.

Auch Landwirte beobachten die Wetterlage genau: „Die Lage ist auf keinen Fall dramatisch. Regen wäre trotzdem dringend nötig“, sagt Bernhard Rüb von der Landwirtschaftskammer NRW. Nach wie vor sei reichlich Wasser im Boden. Allerdings hätten die Pflanzen, die im Frühjahr gesät wurden oder noch werden, Schwierigkeiten, an das Wasser heran zu kommen.

Gras könne bald gemäht werden. „Aber wenn das dann ab ist, kommt nicht mehr viel nach, wenn es nicht regnet.“ Wintergetreide sehe noch ganz gut aus. „Bei Sommergetreide wie Braugerste oder Hafer ist es schon schwieriger.“ Zuckerrübensamen keimten teilweise nicht, weil es zu trocken sei.

Nach den Erfahrungen der vergangenen beiden trockenen Jahre schauten die Bauern früher als sonst besorgt auf die Lage. „Noch so ein Dürrejahr würde für viele Betriebe ein existenzielles Problem bedeuten.“ In vielen Betrieben seien die Reserven aufgebraucht.

(peng/dpa)