Kloster Corvey bei Höxter wird Unesco-Weltkulturerbe

Unesco : Kloster Corvey bei Höxter wird Weltkulturerbe

Die Unesco hat das Kloster Corvey im westfälischen Höxter zum Weltkulturerbe ernannt. Das gab die Kulturorganisation der Vereinten Nationen am Samstag in Doha im Golfstaat Katar bekannt. Im Kreis Höxter ist der Jubel groß.

Die Unesco habe das Kloster damit in die Weltspitze überragender Kulturgüter aufgenommen, freute sich Landrat Friedhelm Spieker. "Damit steht Corvey in einer Reihe mit den Pyramiden von Gizeh, dem antiken Pompeji und dem Kölner Dom - als erste Kulturstätte Westfalens", sagte der CDU-Politiker laut Mitteilung vom Samstag. Er hofft auf einen "Riesenschub für den Tourismus", von dem die gesamte Region profitieren werde.

Hans-Josef Becker, Erzbischof des Erzbistums Paderborn, teilte ebenfalls seine Freude über die Ernennung mit. Die kulturhistorische Bedeutung von Corvey als eines der bedeutendsten karolingischen Klöster im 9. und 10 Jahrhundert spreche für sich. "Die ehemalige Benediktinerabtei Corvey ist damals wie heute ein Stück kulturelle Identität", so Becker.

Die Unesco hat das 822 gegründete Kloster Corvey im westfälischen Höxter am Samstag zum Weltkulturerbe ernannt. Nordrhein-Westfalen verfügt darüber hinaus über vier weitere Einträge: die Zeche Zollverein in Essen, den Kölner Dom, den Aachener Dom sowie die Schlösser Augustusburg und Falkenlust in Brühl bei Bonn. Insgesamt gibt es fast 1000 Welterbestätten, in Deutschland sind es nun 39.

Deutschland hatte die im Jahr 822 gegründete Benediktinerabtei nominiert. Die Abtei gehörte zum geistigen und religiösen Zentrum des damaligen Frankenreichs. Die Anlage mit dem karolingischen Westwerk stand seit 1999 auf der Warteliste für Welterbestätten der deutschen Unesco-Kommission.

Das unmittelbar an der Weser gelegene Kloster Corvey geht auf eine Gründung Ludwigs des Frommen (778-840) zurück, eines Sohns Karls des Großen, der mit dem Reichskloster den Anspruch über das eroberte Sachsenland festigen wollte.

Außerdem haben Deutschland, Dänemark und die Niederlande die Erweiterung des grenzüberschreitenden Weltnaturerbes Wattenmeer beantragt. Das Gebiet ist bereits seit 2009 auf der Liste.

Zuvor hatte das Unesco-Welterbekomitee bereits das Fabrikgebäude Van Nelle im niederländischen Rotterdam, die Seiden-Fabrik in Tomioka in Japan, die Zitadelle von Arbil im Irak sowie das historische Dschidda in Saudi-Arabien zum Weltkulturerbe bestimmt.

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(dpa)