Mesut Özil: Erdogan soll zur Hochzeit kommen und Trauzeuge werden

Türkisches Präsidialamt bestätigt Treffen : Mesut Özil soll Erdogan zu seiner Hochzeit eingeladen haben

Der ehemalige deutsche Fußball-Nationalspieler Mesut Özil soll den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zu seiner Hochzeit eingeladen haben. Das türkische Präsidialamt bestätigte das Treffen.

Ex-Fußballnationalspieler Mesut Özil soll den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan zu seiner Hochzeit im Sommer eingeladen haben. Fotos und Angaben des türkischen Präsidialamts zufolge trafen sich Özil und dessen Verlobte am Freitag mit Erdogan am Istanbuler Flughafen. Demnach überreichte Özil dort Erdogan die Einladung. Darüber berichtete am Wochenende auch die türkische Zeitung „Hürriyet“.

Wie das Blatt weiter schrieb, soll Özil bei dem Treffen Erdogan auch gebeten haben, sein Trauzeuge zu werden. Damit würde sich Özil Sportstars wie Arda Turan (Basaksehir, früher FC Barcelona), Emre Belözoglu (Basaksehir) oder Gökhan Töre (Besiktas Istanbul, früher Hamburger SV) anschließen, die ihrerseits bereits Erdogan zu ihrem Trauzeugen machten. Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International werfen Erdogan vor, grundlegende Menschenrechte massiv und systematisch zu verletzen. Mehr als 150 Journalisten sitzen zurzeit in türkischen Gefängnissen – mehr als in jedem anderen Land. Wer sich kritisch gegenüber der Regierung äußere, muss damit rechnen, jederzeit festgenommen zu werden.

Özil setzt sich damit zum zweiten Mal in kurzer Zeit weitreichender Kritik aus. Erst im vergangenen Mai, kurz vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft, hatten sich Özil und sein Nationalmannschaftskollege Ilkay Gündogan mit Erdogan fotografieren lassen und dem Präsidenten Trikots geschenkt. Die Aktion hatte monatelange Proteste ausgelöst. Nach dem frühen Aus der deutschen Nationalmannschaft bei der WM hatte Özil seinen Rücktritt erklärt.

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