Relegation 3. Liga - Beister erlöst mit seinem Tor den KFC Uerdingen

1:0-Erfolg gegen Mannheim : Beister erlöst mit seinem Tor den KFC

Der Torjäger erzielt nach überragender Vorarbeit von Johannes Dörfler das Goldene Tor im Relegations-Hinspiel gegen den SV Waldhof Mannheim. Die Gäste vergeben mehrere gute Möglichkeiten.

Als Schiedsrichter Robert Hartmann die Begegnung endlich abpfiff, rissen Spieler und Fans des KFC Uerdingen die Arme hoch. Sie freuten sich über einen knappen 1:0 (0:0)-Sieg gegen den SV Waldhof Mannheim, der aber so wertvoll sein kann. Denn es war ungemein wichtig, kein Gegentor zu kassieren. Dazu benötigten die Uerdinger aber eine starke Leistung ihres Torhüter René Vollath sowie das berühmte Quäntchen Glück.

Das Chancenverhältnis sprach nämlich für die Gäste, bei denen Heisch, Deville und Korte gute Möglichkeiten vergaben. Die Uerdinger hingegen nutzten ihre Chance nicht zum ersten Mal in dieser Saison eiskalt. Nach einem sehenswerten Flügellauf von Johannes Dörfler stand Maximilian Beister goldrichtig und schoss das Tor des Abends. "Mit der ersten Halbzeit war ich nicht einverstanden", meinte KFC-Trainer Stefan Krämer. "Wir haben vorne keinen Zugriff bekommen und waren nicht handlungsschnell genug. In der zweiten Halbzeit haben wir umgestellt, da wurde es deutlich besser. Wir haben uns eine vernünftige Ausgangsposition erarbeitet, aber es wird am Sonntag natürlich ein heißer Kampf."

Es ist schon beeindruckend, auf welcher Sympathiewelle der KFC plötzlich reitet. Zehn Siege in Folge und die zweite Meisterschaft in Folge, haben nicht nur die Aufmerksamkeit gesteigert, sondern Erinnerungen an frühere gute Zeiten geweckt. So nehmen in diesen Tagen nicht nur Fußballfans und Krefelder am Uerdinger Aufstiegskampf Anteil, sondern viele andere: zum Beispiel der ehemalige Torjäger Ailton, der dem KFC eine Videobotschaft sandte und die Daumen drückt, aber auch die Nachbarn in Düsseldorf und Duisburg, die die Rivalität nun zumindest für einige Tage ruhen lassen. Die Düsseldorfer, weil Fortunas zweite Mannschaft im Fall eines KFC-Aufstiegs in der Regionalliga verbleiben darf; die Duisburger, weil der KFC seine Heimspiele in der kommenden Saison in der Schauinslandarena austragen müsste - die Grotenburg steht aus Sicherheitsgründen nicht zur Verfügung und wird saniert - und der MSV finanziell partizipieren würde.

Fans versammeln sich am Hauptbahnhof

Hunderte Fans hatten sich bereits am frühen Nachmittag am Hauptbahnhof versammelt. Blau-Rot prägte das Stadtbild in der City. Viele nutzten die empfohlenen öffentlichen Verkehrsmittel, und sie fuhren nicht schlecht damit. Die Autobahnabfahrt auf der A59 war nämlich am schon früh verstopft. Über eine Stunde benötigte manch einer, um dort abzufahren. Die Vereine und Schiedsrichter hatten ein Einsehen und einigten sich darauf, die Partie eine halbe Stunde später anzupfeifen. Welch ein Glück für die zahlenden Fans im Stau, dass das Spiel nicht live im Fernsehen gezeigt wurde, dann wäre das kaum möglich gewesen.

Die wenigsten Zuschauer kamen natürlich aus Duisburg, fast alle von auswärts. Den weitesten Weg aber hatten nicht etwa die Mannheimer, sondern Frido Braune, der aus Kapstadt/Südafrika einflog. "Ich bin volles Risiko gegangen und habe die Flüge schon im Januar gebucht", berichtete der KFC-Fan, dessen Eltern in St. Tönis wohnen.

Die Zuschauer sahen eine temporeiche Begegnung, die von vielen Zweikämpfen geprägt war und mit großer Leidenschaft geführt wurde. Ansehnlich war das manchmal nicht, weil es viele Ballverluste gab. Aber es war spannend, nervenaufreibend, dramatisch. Und kräftezehrend. Immer wieder lagen die Spieler am Boden, sei es wegen Blessuren, die sie davon getragen hatten, sei es wegen Krämpfen. Aber sie bissen auf die Zähne und hielten durch - bis endlich der erlösende Schlusspfiff ertönte.

Hier geht es zur Bilderstrecke: KFC Uerdingen - Waldhof Mannheim: Bilder des Spiels

(RP)
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