U21-EM 2019: Deutschlands nächste Aufgabe heißt Luka Jovic

U21-EM : Deutschlands nächste Aufgabe heißt Luka Jovic

Gegen Serbien kann die deutsche U21-Nationalmannschaft bei der EM einen großen Schritt Richtung Halbfinale machen. Dabei muss die Mannschaft aber einen guten Bekannten stoppen.

Das besondere Bundesliga-Duell mit Luka Jovic macht Jonathan Tah kein bisschen nervös. „Ich weiß, was er kann, er weiß auch, was ich kann. Wir haben schon öfter gegeneinander gespielt. Es ist ein guter Spieler“, sagte der Kapitän der deutschen U21-Fußballer über den Stürmer von Eintracht Frankfurt, der im Sommer zu Real Madrid wechseln wird.

Viel wird von Tah abhängen, wenn Deutschlands Nachwuchs-Auswahl am Donnerstag (21.00 Uhr/ARD) in Triest zum zweiten EM-Spiel gegen Serbien mit Jovic antritt. „Wegen eines Spielers brauchen wir keine Angst zu haben“, sagt Schalkes Suat Serdar. „Wir haben einen Jonathan Tah. Beide sind auf Augenhöhe.“

Nach dem 3:1 zum Auftakt gegen Dänemark kann die Mannschaft von Stefan Kuntz mit einem weiteren Sieg schon einen großen Schritt in Richtung EM-Halbfinale machen. Die Serben dagegen stehen nach einer 0:2-Niederlage gegen Österreich unter Druck. Das Ergebnis der anderen Partie sei ihm „wurschtegal“, sagte Kuntz nach dem deutschen Sieg. „Hauptsache, wir haben drei Punkte und sind gut gestartet.“

Jovic wechselt für geschätzt 60 bis 70 Millionen Euro zu Real und gilt als einer der großen Stars des Turniers in Italien und San Marino. Für Frankfurt erzielte er zuletzt in 32 Liga-Spielen 17 Tore, gegen Österreich enttäuschte der 21-Jährige aber. „Jovic ist ein sehr kompletter Stürmer, er hat alles von einem Topstürmer“, sagte Innenverteidiger Timo Baumgartl. Vor der EM wurden die Serben, die in Nikola Milenkovic vom AC Florenz einen weiteren Star dabei haben, als Mitfavorit gehandelt, der Turnierstart misslang aber.

Tah kommt nun im Duell mit Jovic eine zentrale Rolle zu. „Da muss man wachsam sein, aufpassen, darf ihm nicht so viel Platz lassen“, sagte er über den Torjäger. Der 23-Jährige von Bayer Leverkusen führt die DFB-Elf bei der EM als Kapitän an und zeigte gegen Dänemark eine starke Leistung. „Er hat eine natürliche Präsenz“, lobte Kuntz. „Die Art und Weise, wie er die Mannschaft führt, nicht nur verbal, sondern auch auf dem Platz, das ist, was sich ein Trainer wünscht.“

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Mit seiner Rolle zwischen A-Nationalteam und U21 hat sich Tah längst angefreundet. Sechsmal spielte er bereits in der A-Mannschaft. Erstmals 2016, zuletzt kurz vor dem U21-EM in der EM-Quali. Kapitän Manuel Neuer berichtete dort auch von seinem U21-Titel 2009 - für Tah ein Vorbild. Zehn Jahre danach will es der Verteidiger der späteren Weltmeistergeneration mit einem Titelgewinn in der U21 nachmachen.

„Dass ich das noch mitnehmen darf, ist eine große Ehre für mich“, sagte er über sein letztes Turnier im Juniorenbereich. Bei der U21 habe er sich als Kapitän „brutal weiterentwickelt“. „Weil ich da auch mal lauter werden und aus mir rauskommen musste, auch wenn das nicht so in meiner Natur liegt“, sagte der gebürtige Hamburger.

In der U21 ist Tah als Führungsspieler absolut angekommen, beurteilte die Leistung der jungen Mannschaft nach dem Auftakterfolg gegen Dänemark selbstkritisch. „Es war ein guter Einstieg, aber wir wissen, dass wir noch mehr können“, sagte er. „Wir können alle noch eine Schippe drauflegen, das werden wir im nächsten Spiel machen.“

(sef/dpa)
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