Kommentar zur Partie 1. FC Köln - Mönchengladbach: Bundesligareif

Kommentar zur Partie 1. FC Köln - Mönchengladbach : Bundesligareif

Köln (sid). 90 Minuten Kampf, 90 Minuten Einsatz, 90 Minuten Dramatik, 42.500 Zuschauer im Stadion - und das alles in der zweiten Fußball-Bundesliga. Im Spitzenspiel zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach präsentierten sich am Montagabend zwei potenzielle Aufsteiger, auch wenn FC-Coach Ewald Lienen das immer noch nicht wahr haben will.

Die Pressekonferenz nach dem Spiel war mindestens genauso amüsant wie das Spiel vorher. Woraus man lernen kann, dass sich der Westfale Lienen, gelegentlich als spröde apostrophiert, im Rheinland außerordentlich wohl fühlt - wie übrigens der Thüringer Hans Meyer auf dem Bökelberg auch.

Natürlich war auch das 1:1 gegen Mönchengladbach für Lienen wieder nur eine "Momentaufnahme" und natürlich "müssen wir bis an die Scherzgrenze gehen, wenn wir Spiele gewinnen wollen". Und natürlich "ist immer noch nichts erreicht" und selbstverständlich muss "man sich den Aufstieg verdienen, 34 Spieltage lang". Aber es muss erlaubt sein, nach dem 23. Spieltag im Unterhaus festzustellen, dass die Traditionsklubs 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach reif sind für die Eliteklasse.

Andere Mannschaften werden nach dem Abstieg aus der Bundesliga durchgereicht, bei der Borussia und in Köln änderte sich in der Not aber nicht nur die Mannschaft sondern auch die Struktur des Vereins. Die Autorität Lienens in Köln ist unumstritten, der Coach fühlt sich nicht nur verantwortlich für die Mannschaft sondern auch für deren Umfeld. Lienen schaffte in Köln eine neue FC-Identität - wie Meyer in Mönchengladbach.

Der 1. FC brauchte das Jahr unter Bernd Schuster, der Klub brauchte das unrealistische Festhalten an der glorreichen Vergangenheit. Erst einer wie Lienen, der den Verantwortlichen die Augen öffnete, konnte das ändern.

Es ist gut zu sehen, dass Konsequenz im Schaugeschäft Bundesliga immer noch zu etwas gut ist. Was wiederum nicht bedeutet, dass der Erfolg auch in der Bundesliga schon programmiert ist. Hoffnung darf man aber haben.

(RPO Archiv)
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