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Ralf Rangnick nach Aus bei Red Bull: „Mit dem nächsten Klub sofort um Titel spielen“

Nach Rangnicks Aus bei Red Bull : „Mit dem nächsten Klub sofort um Titel spielen“

Ralf Rangnick hat dem Aus bei Red Bull große Pläne. Vor allem die englische Premier League stellt einen großen Anreiz dar. Ein Engagement beim AC Mailand zerschlug sich.

Ralf Rangnick denkt nach seinem Aus beim Fußball-Kosmos Red-Bull noch nicht ans Aufhören, will aber nicht wieder einen Klub in der 3. oder 4. Liga übernehmen. In der letzten Woche hatte Rangnick bei Red Bull seinen Vertrag als "Head of Sport and Development Soccer" aufgelöst.

"In meinem Alter wäre es schön, wenn der nächste Klub einer wäre, der von Anfang an Titel gewinnen könnte", sagte der 62-Jährige im Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Vor allem die Premier League reize den langjährigen Bundesliga-Trainer: "In England könnte ich wegen der Sprache sofort anfangen."

Als Inspiration dient auch Rangnick Jürgen Klopp, der in Liverpool das perfekte Vorbild eines "Trainagers" abgebe, eines Trainers, der wie ein Manager denkt. "Kloppo würde, wie ich, nie einen Spieler holen, dessen Mentalität nicht zur Spielidee passt", sagte Rangnick.

Zuletzt hatte Rangnick mit dem italienischen Traditionsklub AC Mailand über ein Engagement als Trainer und Sportdirektor verhandelt. Das Angebot sei verlockend gewesen, "aber durch die gute Serie von Milan seit dem Restart - neun Siege, drei Unentschieden - konnte man das einfach nicht machen", sagte Rangnick.

Einer der Gründe für sein Ende als Sport-Boss bei Red-Bull sei die Corona-Pandemie gewesen. Das von ihm zusammengestellte brasilianische Red-Bull-Team Bragantino sei mit 15 Punkten Vorsprung in die erste Liga aufgestiegen, "aber durch Corona war es leider seit Monaten nicht mehr möglich, dorthin zu reisen, das gleiche gilt für unseren Standort in New York. Dadurch haben sich meine Arbeit und meine Einflussmöglichkeiten derart grundlegend verändert, dass ich zu dem Schluss kam aufzuhören", sagte Rangnick.

RB Leipzig bezeichnete Rangnick als sein Lebenswerk. "Es war meine längste Phase, noch zwei Jahre länger als Hoffenheim", sagte Leipzigs früherer Coach und Sportdirektor, der den Klub bis zu seinem Aus 2019 aus der Regionalliga bis in die Champions League geführt hat. Mit RB habe man etwas geschaffen, "was es in 100 Jahren Fußball noch nie gegeben hat und man auch in den nächsten 100 Jahren schwer toppen kann".

RB habe es nun aber schwer, ein echter Bayern-Herausforderer zu werden. "So wie die Bayern aktuell taktisch und auch bei Transfers agieren, wird es schwierig", sagte der gebürtige Schwabe.

Für das Finalturnier der Champions League würde er sich ein Halbfinale zwischen RB Leipzig und Paris St. Germain, also zwischen den Trainern Julian Nagelsmann und Thomas Tuchel, wünschen. Davor brauche Leipzig jedoch "gegen Atletico Madrid einen perfekten Tag".

SID ni rd

(eh/sid)