„Die Sache ist gegessen“ Omlin erklärt den Grund für seinen Disput mit Thuram

Mönchengladbach · Gladbachs Torwart Jonas Omlin war im Training mit dem Franzosen Marcus Thuram aneinandergeraten, weil ihm dessen Leistung missfiel. Nun erklärte der Schweizer die Situation in einem Interview. Und macht eine klare Zielansage für die neue Saison.

Jonas Omlin: So tickt Gladbachs Torwart
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Das ist Borussias Torwart Jonas Omlin

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Foto: dpa/David Inderlied

Jonas Omlin hat sich am Mittwoch beim Training geärgert. Über den Kollegen Kostenpflichtiger Inhalt Marcus Thuram und dessen Vortrag im Übungsspiel. Und er hat dem Franzosen lautstark die Meinung gesagt, danach stapfte er sichtlich genervt von dannen. Omlin ist „durch und durch Schweizer“, das sagte er zuletzt im Interview mit unserer Redaktion. Was aber nicht heißt, dass er sich stets zu helvetischer Neutralität verpflichtet sieht. Er ist keiner, das hat Omlin in den ersten Monaten seines Borussen-Seins nachgewiesen, der mit seiner Meinung hinter dem Berg hält.

„Ich bin, wie ich bin und versuche, der Mannschaft in jeder Situation zu helfen – egal ob es gut läuft oder schlecht. Ich bin jemand, der nicht alles in sich hineinfrisst, sondern die Dinge auch anspricht. Ich hoffe, dass es der Mannschaft guttut, dass man die Dinge ausspricht - auch die kritischen Sachen. Ich möchte es auch in der kommenden Saison so machen“, sagte Omlin nun im Interview mit „Bild“.

Er sprach auch über den Disput mit Thuram. Seine Erklärung für den vulkanartigen Verbal-Ausbruch: Enttäuschung über den fehlenden Erfolg. Ein guter Grund, das darf man wohl sagen. „So etwas passiert, wenn man nicht zufrieden ist und Spiele verliert. Ich möchte jedes Spiel gewinnen, auch im Training. Wir waren nicht einer Meinung und dann ist es eben mal lauter geworden. Wir haben darüber gesprochen – die Sache ist gegessen. Emotionen gehören zum Fußball dazu“, sagte Omlin.

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Emotionen, die vielen seiner Teamkameraden ausgerechnet im Derby beim 1. FC Köln, eigentlich ein Schmelztigel der Emotionen, weitgehend abgingen. Omlin hofft, dass es gegen den VfL Wolfsburg am Ostersonntag anders wird. „Es ist das Ziel, dieses Feuer gegen Wolfsburg auf den Platz zu bringen. Wir waren in den letzten Wochen nicht gierig genug, die Spiele und die Zweikämpfe zu gewinnen. Irgendetwas fehlt, das sieht man auch auf dem Platz. Wir müssen mehr dafür kämpfen, das Glück auf unsere Seite zu ziehen. Dafür muss uns jedes Mittel recht sein, Hauptsache wir gewinnen wieder“, sagte Omlin.

Sein Trainer hofft auf einen ähnlichen Effekt. Farke erinnerte sich an seine Zeit als Spieler. „Da gab es so etwas öfter auf dem Trainingsplatz“, berichtete er. Weswegen ihm die Szene durchaus nicht unlieb war. „Ich mag es ganz gerne, wenn auf dem Trainingsplatz Feuer aufkommt. Es zeigt, dass in der Mannschaft Leben drin ist. Noch lieber habe ich es, wenn dieses Feuer nicht nur auf dem Trainingsplatz, sondern auch in Pflichtspielen vorhanden ist“, sagte Daniel Farke.

Dass er sich seine ersten Wochen in Gladbach sportlich sicher anders vorgestellt hat, gibt Omlin zu. Als er kam, hatte Borussia durchaus den Blick noch auf Europa gerichtet, inzwischen ist sie abgerutscht ins Niemandsland. „Ich sehe großes Potenzial in der Mannschaft. Im Moment sind wir in einer Negativspirale, aus der man im Fußball manchmal schwer rauskommt“, sagte Omlin, der beim 0:0 in Köln sein bestes Spiel als Borusse machte und mit seinen Paraden den Punkt festhielt.

Den Weg aus der Spirale nach unten kennt er. „Wir müssen im Kopf positiv bleiben, um das, was wir nicht so gut gemacht haben, zu verbessern“, sagte Omlin. Und: „Gegen Wolfsburg wollen wir drei Punkte holen und am liebsten auch das nächste Spiel gewinnen. Wir haben noch acht Spiele und wollen mit einem guten Gefühl in die neue Saison gehen.“

Dass er ambitioniert ist, mit Gladbach mehr zu sein als Mittelmaß in der Bundesliga, stellte der Torwart klar. Er will auf Europa-Tour gehen und nicht dauerhaft im Bundesliga-Niemandsland umherirren. „Hoffentlich werden wir in der nächsten Saison oben angreifen, sodass wir wieder um die Europapokalplätze spielen. Das ist ein Arbeits- und Lernprozess. Wir müssen von Saisonbeginn an da sein und versuchen, so lange wie möglich oben zu stehen“, sagte Omlin.

Jonas Omlin, genervt im Training.

Jonas Omlin, genervt im Training.

Foto: Rheinische Post/Hannah Gobrecht

Klare Ansagen sind seine Sache. Er will vorangehen und führen. Kapitän wie sein Vorgänger Yann Sommer muss er dafür aber nicht werden. „Ich finde es schwierig für einen Torhüter, Kapitän zu sein. Der Kapitän ist der, der am meisten mit den Schiedsrichtern spricht, ich bin fast nie in der Nähe der Schiris“, sagte Omlin unserer Redaktion.

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