Aufstieg mit Burnley Gladbach-Eigengewächs Beyer freut sich auf die Premier League

Burnley/Mönchengladbach · Gladbachs Eigengewächs Jordan Beyer ist an den englischen Klub FC Burnley verliehen, mit dem er nun in die Premier League aufsteigt. Unter welchen Umständen dort auch seine Zukunft liegen dürfte.

Jordan Beyer im enscheidenden Spiel gegen Middlesbrough.

Jordan Beyer im enscheidenden Spiel gegen Middlesbrough.

Foto: dpa/Nigel Roddis

Es war spät in der Nacht zum Samstag, als Jordan Beyer bei Instagram noch einen Post absetzte. „Premier League, here we come!“, schrieb der von Borussia an den FC Burnley ausgeliehene Verteidiger in Versalien: „Premier League, wir kommen!“ Er „taggte“ seinen aktuellen Klub, in der Summe machte die Botschaft klar: Beyer, das Gladbacher Eigengewächs, freut sich auf die Premier League, die, da sind sich die Experten einig, derzeit beste Liga der Welt.

Mit dem 2:1-Sieg beim FC Middlesbrough machten Beyer und seine Kollegen die Rückkehr in Englands erste Klasse nach nur einem Jahr nach 40 von 46 Spieltagen vorzeitig klar. Nach dem Abpfiff hüpften Burnleys Spieler vor ihren mitgereisten Fans auf und ab, fielen sich immer wieder in die Arme. Beyer war mittendrin, sein Trainer Vincent Kompany stand ein paar Meter weiter hinten und genoss seinen Erfolg sichtlich.

Mit dem Aufstieg des Klubs aus dem Norden Englands wird es nun auch konkret um Beyers Zukunft gehen. „Wir sind im ständigen Austausch mit Jordan und mit Burnley“, sagte Gladbachs Manager Roland Virkus am Donnerstag. „Wenn es mit dem Aufstieg soweit ist, treten wir in die Zukunftsgespräche mit Beyer und Burnley ein.“ Die Verhandlungen dürften nun beginnen – mit einer klaren Tendenz.

In Beyers Leihvertrag, der im Sommer 2022 vereinbart wurde, ist eine Kaufoption verankert. Die greift, das ist die Information unserer Redaktion, bei einer Summe von 15 Millionen Euro. „Wir würden uns freuen, wenn er zurückkommt. Es geht aber nicht immer nur darum, was wir wollen“, hatte Virkus zuletzt im Interview mit unserer Redaktion gesagt. „Wir haben das Heft des Handelns nicht in der Hand“, präzisierte er später.

Heißt: Wenn Burnley die vereinbarte Summe bietet und Beyer will, wird er Gladbach verlassen. Sein Instagram-Post, unter dem viele frühere Gladbach-Kollegen gratulierten, lässt seine klare Präferenz erkennen. „Natürlich wäre die Premier League reizvoll, es ist eine tolle Liga mit einem extrem hohen Niveau“, hatte der 22-Jährige zuletzt schon im Interview mit unserer Redaktion gesagt.

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Dass auch Kompany daran interessiert sein dürfte, Beyer fest zu binden, lässt das Vertrauen des Trainers in den deutschen Verteidiger erahnen: Wenn Beyer fit war, spielte er auch in dieser Saison. Die Fans der „Clarets“ mögen ihren „Beckenbeyer“, wie sie den gebürtigen Kempener rufen, ebenfalls.

Beyer hat in der vergangenen Saison bereits einige Erstliga-Erfahrung in der Bundesliga gesammelt, als er im 3-4-3-System von Gladbachs Ex-Trainer Adi Hütter oft zum Einsatz kam in der defensiven Dreierkette. Ein künftiges Stammspieler-Dasein in der Premier League könnte U21-Nationalspieler Beyer nebenbei auch in den Fokus von Bundestrainer Hansi Flick bringen.

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Foto: dpa/Marius Becker

Es passt alles für Beyers endgültigen Wechsel auf die Insel. Und doch könnte es sein, dass er im Sommer zurückkommt nach Gladbach. Denn gegen Burnley wurde von der Englischen Fußball-Liga (EFL) eine Transfersperre verhängt, weil Unterlagen zu spät eingereicht wurden.

Der künftige Erstligist will dagegen vorgehen, begründete den Verzug mit dem Wechsel des Wirtschaftsprüfers. „Sowohl der Klub als auch unsere neuen Prüfer sind sicher, dass dies schnell geklärt werden kann, und wir hoffen, dass wir den Bericht nächsten Monat einreichen können, sodass das Embargo wieder beendet werden kann“, ließ der FC Burnley wissen.

Bis jetzt ist aber offen, ob Burnley handlungsfähig sein wird. Wirtschaftlich ist der Klub das ganz sicher, der Aufstieg in die Premier League bringt neben den Spielen gegen Weltklasse-Teams wie Manchester City oder den FC Liverpool rund 200 Millionen Euro. Die lukrativen TV-Verträge in England machen es möglich.

Doch das Einkaufsverbot könnte Burnley stoppen und Beyer wieder zum Borussen machen. Weswegen er zurückhaltend ist, was seine Zukunft angeht. „Ich weiß nicht, wohin der Weg geht, wir werden sehen, was im Sommer passiert“, sagte Beyer am Rande des U21-Länderspiels gegen Japan (2:2).

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