Borussia Mönchengladbach: Dieter Hecking hält viel von Werder Bremen

Borussia-Trainer Hecking lobt Bremen: "Vom Leistungsvermögen her die beste Mannschaft da unten"

"Riesenbegeisterung in den Zweikämpfen, Leidenschaft nach vorne" - das erwartet Dieter Hecking von seiner Mannschaft gegen Werder Bremen. Doch vom Gegner am Freitag hält Borussias Trainer einiges.

Zuerst die gute Nachricht: Zwei Borussen, die vergangene Woche in Hannover fehlten, können gegen Bremen wieder dabei sein. Tony Jantschke hat seine Knieprellung überwunden, Michael Cuisance seine Sprunggelenkverletzung. Jetzt die schlechte Nachricht: Noch immer muss Dieter Hecking auf acht Spieler verzichten — was mit Blick auf die gesamte Saison fast ein durchschnittlicher Wert ist.

"Es ehrt den Kollegen, dass er da nicht allzu viel drüber spricht, aber sie haben wirklich mit unfassbar vielen Verletzten zu kämpfen", schickte Werder-Trainer Florian Kohfeldt am Mittwoch sogar ein wenig Mitleid an Hecking. Der nimmt es so hin, weil er selbst an der Lage nichts ändern kann. "Ich würde mir natürlich wünschen, dass da steht: null Verletzte", sagte er und schaute auf den Zettel, der Woche für Woche die aktuelle Lage zusammenfasst. "Wenn ich das noch erleben darf in Gladbach, bin ich der glücklichste Trainer der Welt."

Vorerst muss Hecking also hoffen, dass er sich an Siegen erfreuen kann. In der Hinsicht bedeutete das 1:0 in Hannover auch für das Glückskonto des Trainers einen Schritt nach vorne. "Es freut mich, wenn ich die Aussagen der Spieler unter der Woche lese und sie darauf hinweisen: Es war ein Spiel, wir haben gewonnen und den Negativlauf unterbrochen, aber jetzt müssen wir weitermachen."

Am Freitag wird der Borussia-Park fast voll, Hecking hofft, dass Zuschauer wie Spieler alles geben. "Wir müssen mit einer Riesenbegeisterung in die Zweikämpfe kommen, müssen mit Leidenschaft nach vorne spielen", formuliert er den Plan für seine Profis. Hecking weiß, dass die Mannschaft das Publikum dann automatisch auf seiner Seite haben dürfte.

Für den Gegner hatte er viel Lob übrig. "Ich finde es bemerkenswert, auf welche Weise Bremen den Abstiegskampf angeht. Für mich ist das vom Leistungsvermögen her die beste Mannschaft da unten", sagte Hecking über den 14. der Tabelle. "Sie haben eine sehr gute Achse: Pavlenka, Moisander, Delaney und Kruse natürlich, der eine tolle Saison spielt nach seiner Verletzung."

Hecking ist guter Dinge, dass ihm bald auch wieder sein großer Unterschied-Spieler, Raffael, zur Verfügung steht, wollte sich bewusst aber nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Zunächst einmal sehe es beim Brasilianer mit einer baldigen Rückkehr ins Mannschaftstraining gut aus. Gleiches gilt für Fabian Johnson und Tobias Strobl, die seit drei bzw. sieben Monaten fehlen. Laszlo Bénes soll von dem Muskelfaserriss, den er sich vergangene Woche zuzog, nicht zu weit zurückgeworfen werden auf seinem Weg zum Comeback nach dem Mittelfußbruch.

Etwas länger werde es noch bei Julio Villalba dauern und auch Ibrahima Traoré benötige noch Zeit. Und dann wäre da noch der achte im Bunde, das größte Sorgenkind: Mamadou Doucouré. Der junge Franzose wird aufgrund einer weiteren Muskelverletzung auch die zweite komplette Saison in Folge verpassen. "Das ist eine Tragik, die uns alle bewegt", sagte Hecking. "Am wichtigsten ist jetzt, dass er den Kopf oben behält."

(jaso)