Borussia Mönchengladbach: Lars Stindl macht den Zwischenschritt

Erste Torbeteiligung seit November: Lars Stindl macht den Zwischenschritt

Getroffen hat Borussias Kapitän auch in Hannover nicht, dafür aber Christoph Kramer das Siegtor aufgelegt. Einen Dank schuldet Lars Stindl aber auch seinem Torhüter Yann Sommer.

Lars Stindls und Yann Sommers Aufenthaltsorte auf dem Rasen liegen im Schnitt 50 Meter auseinander. Der eine lässt sich zwar oft besonders weit zurückfallen aus der Spitze und der andere gehört zu den mitspielenderen Torhütern der Liga, trotzdem kreuzen sich ihre Wege selten. In der 78. Minute des Spiels bei Hannover 96 hatten die beiden aber allen Grund, erleichtert abzuklatschen. Der Kapitän könnte dem Keeper zum Training mal eine Packung "Merci" mitbringen.

Sechs Minuten vorher hatte Stindl seinem Kollegen Christoph Kramer das entscheidende 1:0 aufgelegt, es war seine erste Torbeteiligung seit dem 25. November 2017. Und auf beinahe fatale Weise schien Stindl danach auf den "Geschmack" gekommen zu sein. Er bereitete Sommers Glanzparade sozusagen vor, indem er Julian Korbs Schuss abfälschte.

Borussias Torwart musste sich strecken, um den Ball über die Latte zu lenken. Seine Flugeinlage war das defensive Highlight beim ersten Sieg nach vier torlosen Niederlagen in Folge. Bei den anderen beiden Großchancen der Gastgeber hatte Gladbach Glück: Ihlas Bebou setzte den Ball mit dem Kopf drüber, Waldemar Anton - es war die Ecke nach Sommers Glanztat - genau in die Arme des Torwarts.

"Es tut so gut", sagte Sommer, der wie alle Borussen enorm hohe Werte auf der Erleichterungs-Skala erreichte. "Jeder, der Mannschaftssport macht, weiß, wie schwierig das ist, so einen Negativlauf zu beenden." Gladbach hatte Hannover genauso wenig an die Wand gespielt, wie es in den vergangenen Wochen von seinen Gegnern an die Wand gespielt worden war. 1:1, 2:1, 1:2, 2:2 - auch das wären zur Chancenverteilung passende Ergebnisse gewesen. "Man braucht dieses Glück, dass der Gegner auch nicht so effizient ist. Das haben wir uns aber erarbeitet", sagte Sommer. Die Borussen vereinte das Gefühl, einfach mal wieder dran gewesen zu sein.

Für Sommer war es das vierte Zu-Null-Spiel dieser Saison im 19. Einsatz über 90 Minuten. Stindl steht weiterhin bei vier Toren. Beide dürften nicht widersprechen, dass es zum jetzigen Zeitpunkt schon etwas mehr sein dürfte. Deshalb war die Reise nach Hannover wie für die gesamte Mannschaft ein Schritt in die richtige Richtung. "Beim Schlusspfiff war es ein Riesenglücksgefühl", sagte Stindl, der auf der erwähnten Erleichterungs-Skala wohl noch knapp vor Sommer landete. "Daraus können wir viel schöpfen." Auch er war nah dran, den lästigen Minutenzähler auf Null zu setzen. Doch nach Thorgan Hazards Querpass in der Anfangsphase traf Stindl einen Hannoveraner auf der Linie, eine Direktabnahme nach einem Eckball setzte er drüber. Damit sind es nun 1165 Minuten ohne Tor, aber der nächste Gegner dürfte Stindl Hoffnung machen: Am Freitag kommt Werder Bremen, gegen keine andere Mannschaft hat er so oft getroffen (achtmal insgesamt, viermal in fünf Spielen für Borussia).

Sommers Fazit des Hannover-Spiels taugt auch als Warnung fürs Bremen-Spiel: "Es wird einem einfach nichts geschenkt in der Bundesliga", sagte der 29-Jährige. Mindestens bis Montagabend ist Gladbach Siebter. "Es wäre falsch, gleich wieder von Europa zu sprechen. Wir konzentrieren uns wieder von Spiel zu Spiel, auch wenn das langweilig klingt", sagte der Schweizer.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Lars Stindl

(RP)
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