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Bayer Leverkusen: Trainer Gerardo Seoane sieht keinen Anlass für Panik

Bayers Fehlstart : Coach Seoane sieht keinen Anlass für Panik

Drei Niederlagen, Verletzungspech und steigender Druck bringen Gerardo Seoane nicht aus der Ruhe. Bayer Leverkusens Trainer nimmt nach dem verpatzten Auftakt seine Spieler in die Pflicht: „Wir müssen uns den Erfolg wieder verdienen.“

Manchmal entfalten kleine Dinge eine heftige Wirkung. Bei Karim Bellarabi war es eine einfache Übung im Training, die zu bösen Konsequenzen führte. Bayer Leverkusens Flügelspieler setzte zum Schuss an, spürte danach aber etwas im Bein und brach die Einheit sofort ab. Beim 1:2 gegen Augsburg fehlte er im Kader, am Montag gab der Werksklub bekannt, dass der 32-Jährige einen Riss am Außenmeniskus erlitten hat und mindestens sechs Wochen ausfallen wird. Wahrscheinlich war der alltägliche Bewegungsablauf der Schussübung die Ursache.

Damit ist Bellarabis umfangreiche Verletzungshistorie um einen Eintrag länger. Allein in der vergangenen Saison setzten den dienstältesten Bayer-Profi mehrere Faserrisse in regelmäßigen Abständen außer Gefecht. Durch gezielte Belastungssteuerung und spezielles Training schien die anfällige Muskulatur des sprintstarken Antreibers zuletzt gut im Griff zu sein, doch nun folgte die Verletzung im Knie, für die es keine Prophylaxe gibt.

„Jedes Mal, wenn ein Spieler ausfällt, ist das sowohl für ihn als auch das Team ärgerlich“, kommentierte Seoane das erneute vorläufige Aus des Flügelspielers. „Das bringt uns in personelle Schwierigkeiten und ist eine Nachricht, die einen beschäftigt.“ Hinzu kommt noch der empfindliche Rückschlag bei Amine Adli. Der Franzose feierte nach fast fünfmonatiger Zwangspause wegen eines Sehnenrisses im Oberschenkel gegen Augsburg sein Comeback als Einwechselspieler. Kurz vor Schluss wurde der 22-Jährige in vollem Tempo rüde von Maximilian Bauer abgeräumt und fiel so unglücklich auf die Schulter, dass er sich einen Bruch des linken Schlüsselbeins zuzog.

„Ich will es nicht dramatisieren“, ist Seoane angesichts der Pechsträhne um Sachlichkeit bemüht. „Verletzungen sind immer schmerzhaft.“ Durch die Häufigkeit sei es bei Bellarabi indes ein „spezielles Thema“. Doch auch bei Adli wiegt der sportliche Verlust schwer: „Das ist sehr schade, weil er ein energievoller Spieler ist, der uns guttut.“ Und Energie ist exakt, was die Werkself nach dem verkorksten Saisonstart braucht. Spieler und Trainer gehen selbstkritisch mit den vergangenen Auftritten um. „Die Mannschaft verhält sich so, wie ich mir das vorstelle: Sie lenkt die Enttäuschung in die richtigen Bahnen und richtet den Blick nach vorne“, sagt Seoane. Er macht keinen Hehl aus der aktuellen Stimmungslage unterm Bayer-Kreuz. „Wir sind schlecht gestartet und enttäuscht, unmittelbar nach dem Spiel gegen Augsburg waren wir sogar frustriert. Aber diese Emotionen müssen sich dann in in die Lust wandeln, aus dieser Situation herauszukommen und die Herausforderung anzunehmen.“

Auch die Hiobsbotschaften zu Bellarabi und Adli sollen eher Antrieb als Hemmnis sein. Allerdings sei klar, dass die Mannschaft am Samstag gegen Hoffenheim (15.30 Uhr) eine Schippe drauflegen müsse, um sich aus der misslichen Lage zu befreien. „Normal reicht nicht – da muss mehr kommen. Wir müssen uns den Erfolg wieder verdienen“, betont Seoane. Der Schweizer trennt bei der Analyse nach Resultat und Leistung und will aus beidem die richtigen Schlüsse ziehen. „Es gibt keinen Grund, auf Panik zu machen – überhaupt nicht.“

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Die Frage, ob angesichts der Verletzungen der beiden Außenstürmer der eigentlich wechselwillige Paulinho wieder eine größere Rolle in seinen Planungen spielt, beantwortet der Trainer eher zurückhaltend. Eine Rückkehr in seine Heimat ist jedenfalls vom Tisch, weil das Transferfenster in Brasilien geschlossen hat. Am Samstag fehlte Paulinho wegen Vertragsgesprächen. Seoane hat mit ihm bei der Einheit am Dienstag länger über die Situation gesprochen. „Die letzten Tage hat ihn das schon beschäftigt, was ja verständlich ist. Aber das ist jetzt ad acta gelegt. Mein Eindruck von ihm war gut, aber wie es mit ihm weitergeht, ist offen.“