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Bundesliga 22/23: Bayer Leverkusen verliert 1:2 gegen den FC Augsburg

Serie gerissen : Bayer verliert zum ersten Mal gegen den FC Augsburg

Die Werkself liegt gegen Augsburg früh zurück, gleicht aber noch vor der Halbzeit durch Charles Aránguiz aus. Nach dem Seitenwechsel vergeben die Leverkusener etliche Großchancen, das entscheidende Tor erzielt André Hahn in der Schlussphase.

Bayer Leverkusen hat im 23. Duell beider Mannschaften in der Bundesliga zum ersten Mal gegen den FC Augsburg verloren. Das historische 1:2 (1:1) macht aus dem Stolper- einen kompletten Fehlstart in die Saison, denn der Champions-League-Teilnehmer aus dem Rheinland wartet nach dem 3:4 im Pokal in Elversberg und dem 0:1 beim Ligastart in Dortmund weiterhin auf das erste Erfolgserlebnis der noch jungen Saison.

Bayers Coach Gerardo Seoane, der unter der Woche zum vierten Mal Vater wurde, veränderte seine Startelf im Vergleich zum Spiel beim BVB auf vier Positionen. Andrey Lunev ersetzte den rotgesperrten Kapitän Lukas Hradecky im Tor und Charles Aránguiz übernahm im zentralen Mittelfeld den Posten von Robert Andrich, der im Auftaktspiel beim BVB einen Bluterguss im Hüftbereich erlitten hatte. Sommerzugang Adam Hlozek spielte für Karim Bellarabi, der überraschend nicht im Kader stand, Sardar Azmoun sollte anstelle von Kerem Demirbay für Kreativität im Angriff sorgen. Nirgends zu sehen war zudem Paulinho, Grund sind dem Vernehmen nach Vertragsgespräche des nach wie vor wechselwilligen Brasilianers.

Die Anfangsphase kam nicht nur wegen der Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke einem Sommerkick gleich. Augsburg versuchte früh zu stören und Leverkusen fand nicht so richtig in die Partie. Das Geschehen plätscherte in der beim ersten Heimspiel nicht annähernd ausverkauften BayArena zunächst vor sich hin.

So war es auch nicht verwunderlich, dass der erste Treffer quasi aus dem Nichts fiel. Nach einem Ballgewinn der Augsburger ging es schnell: Carlos Gruezo spielte links raus auf Iago, der wiederum Auge für den zentral im Strafraum positionierten Ermedin Demirovic bewies. Einen cleveren Durchstecker später war Hans Fredrik Jensen frei vor Lunev und spitzelte die Kugel geschickt an dem Schlussmann vorbei ins Netz (15.).

Bayers Antwort auf den Rückstand waren ein harmloser Kopfball von Azmoun (17.) sowie ein ebenfalls ungefährlicher Abschluss von Moussa Diaby aus etwa 16 Metern (20.). Es war also etwas mehr Musik in der Partie, der FCA hatte aber die nächste wirklich klare Torchance, doch diesmal war Lunev zur Stelle und wehrte den tückischen Schuss von Demirovic aufs kurze Eck zur Ecke ab (30.).

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Als wäre das eine Art Warnschuss gewesen, fand die Werkself nun besser in das bis dahin eher planlos wirkende Spiel. Ein Beleg dafür war der etwas zu hoch angesetzte Kopfball von Azmoun (34.), noch klarer wurde es aber beim 1:1 durch Charles Aránguiz. Der Chilene schloss von der Strafraumgrenze mit dem Spann ebenso flach wie trocken ins kurze Eck ab, nachdem Felix Udoukhai einen Versuch von Hlozek gerade noch abblocken konnte (43.). Hätte Azmoun nicht auch noch seine dritte hochkarätige Kopfballchance kurz vor dem Pausenpfiff vergeben, wäre in der guten Viertelstunde vor dem Seitenwechsel noch mehr für Bayer drin gewesen. Doch der Iraner verpasste das 2:1 nach schöner Flanke von Edmond Tapsoba knapp.

So ging es mit einem aus Sicht der Heimfans versöhnlichen, aber keineswegs begeisternden Zwischenstand in die Kabinen. Aus der kam Leverkusen deutlich besser als Augsburg – auch, wenn längst noch nicht alles rund lief. Hlozek (48.) und noch deutlicher Jeremie Frimpong (53.) hätten ihre Farben in Front bringen können. Der FCA hatte sichtlich mehr Mühe mit den nun etwas bissiger und fokussierter auftretenden Gastgebern. Ein zur gefährlichen Bogenlampe abgefälschter Schuss von Diaby stellte Gästekeeper Rafal Gikiewicz vor ernsthafte, aber nicht unlösbare Probleme, die anschließende Ecke nutze Azmoun für seinen nächsten Versuch per Kopf, traf aber nur Giekiewicz auf der Linie (61.). Allmählich wurde das Remis für Augsburg zu einer schmeichelhaften Angelegenheit.

Mit dem Comeback von Amine Adli, der rund vier Monate verletzt fehlte und für Hlozek in die Partie kam, begann der Endspurt – und der Chancenwucher der Werkself nahm slapstickartige Züge an. Azmoun scheiterte erneut mit einer Großchance an Giekiewicz, der Nachsetzer von Aránguiz fand zwar den Weg ins Tor, wurde aber wegen eines Fouls des Chilenen im Vorfeld nicht anerkannt. Kurz danach war es Diaby, der sich zum Entsetzen der etwa 22.000 Zuschauer dem Schlussmann der Gäste geschlagen geben musste (73.).

Ein Spiel, das zunächst gemächlich begann, endete vergleichsweise chaotisch. Erst gab es bei einer Ecke der Gastgeber eine mittelschwere Rudelbildung, dann erzielte der FCA durch André Hahn das 2:1, das wegen vermeintlicher Abseitsstellung zunächst nicht anerkannt, dann aber nach Überprüfung durch den VAR doch gegeben wurde (82.). Es gab noch ein paar hitzige Szenen und ein paar wütende Angriffe der Leverkusener, aber es blieb bei der nächsten Enttäuschung für die Werkself, die am kommenden Samstag gegen die TSG Hoffenheim (15.30 Uhr) bereits unter Erfolgsdruck steht.

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