Xanten: City soll komplett barrierefrei werden

Xanten : City soll komplett barrierefrei werden

Die Stadt hat ihre Planung vorgestellt: Nach der Domimmunität sollen auch Marsstraße und Gasthausstraße einen Gehstreifen bekommen. Bürger und Politiker fordern, dem Zugang zum Siegfriedmuseum mehr Priorität zu geben.

Wer behauptet, die Stadt Xanten tue nichts für die Inklusion, der irrt: Nachdem bereits der Markt und die Kurfürstenstraße mit einem Gehstreifen für Rollstuhlfahrer und Menschen mit Rollatoren umgebaut wurden, ist nun der barrierefreie Rundweg um den Dom fertig. Auch an der Bahnhofsstraße wird gebaut (wir berichteten). Und dabei soll es nicht bleiben: Wenn es nach den Plänen der Verwaltung geht, sollen Marsstraße und Gasthausstraße ebenfalls mit einem barrierefreien Streifen erschlossen werden.

„Die barrierefreie und behindertengerechte Gestaltung öffentlicher Einrichtungen, insbesondere der historische Stadtkern, hat für uns einen großen Stellenwert. Jahrelang wurde das Thema vernachlässigt, seit 2014 arbeiten wir es systematisch ab“, sagt Görtz. So seien der Aufzug im Rathaus und in der Grundschule, der barrierefreie Ausbau von Bushaltestellen und des Radweges Boxteler Bahn, der hauptamtliche Behindertenbeauftragte, der neu gegründete Inklusionsbeirat, das barrierefreie und inklusive Sozialamt und nicht zuletzt der Kurpark weitere Verdienste der Verwaltung. All das hat auch gekostet: Eine Summe im einstelligen Millionenbereich, wie Görtz in seiner Verwaltungsvorlage für den Bezirksausschuss Xanten ausführt.

In den nächsten Jahren möchte er weitere Mittel in den Haushalt einstellen. Neben einer neuen Beschallungsanlage im Ratssaal und der Umbau der Toiletten auf dem Markt, soll im Jahr 2020 die Marsstraße bis Höhe Gasthausstraße und die Gasthausstraße bis Parkplatz de Beyer ausgebaut werden. „Das ist eine konsequente Fortführung unserer eingeschlagenen Linie. Zudem würde der zentrumsnahe Parkplatz sowie der Kurpark besser integriert werden“, sagt Görtz. Eine vollständige Barrierefreiheit sei in diesem Bereich nicht möglich. So habe die Gasthausstraße eine natürliche Neigung, die größer als sechs Prozent ist. In einem weiteren Schritt – ab 2022 – soll die Marsstraße bis zum Fildersteg erschlossen werden. „Dann wäre die komplette Fußgängerzone barrierefrei“, sagt Görtz.

Die Politik hat die Planungen erst einmal nur zur Kenntnis genommen. Beim barrierefreien Zugang zum Siegfriedmuseum sieht das anders aus. Nach den Plänen der Verwaltung soll dieser erst im Jahr 2023/2024 angegangen werden. Sie begründet ihre Entscheidung unter anderem damit, dass dieser Punkt auf der Prioritätenliste des Inklusionsbeirates ganz unten steht. Punkt 30 von 30. Ein Bürger im Bezirksausschuss sieht das anders. Er fragt: „Ist die Prioritätenlisten so zwingend?“ Richard Lipp von den Linken und Volker Markus von der SPD sehen das genauso. Lipp: „Das Siegfriedmuseum hinten an zu stellen, halte ich für falsch.“ Markus, der auch im Namen des Sozialverbandes VdK spricht, sagt: „Wir haben dort einen Saal mit einer hervorragenden Veranstaltungstechnik. Diesen und das Museum für beeinträchtigte Menschen auszuschließen, ist bedauerlich.“

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