Sonsbeck: Sabine Kotzan bietet inklusive Umweltbildung an St. Bernardin

Sonsbeck: Ökologin will Umweltbildung für alle

Sabine Kotzan arbeitet seit einem halben Jahr an ihrem Anliegen, Menschen mit und ohne Behinderung in Naturprojekten zusammen zu bringen. Auch im Garten von St. Bernardin ist Kotzan tätig.

Natur und Bildung zusammenbringen und das Ganze möglichst noch im Rahmen der Inklusion für Menschen mit und ohne Behinderung: Seit rund einem halben Jahr hat sich dies die Landschaftsökologin Sabine Kotzan auf die Fahnen geschrieben und möchte ihr Ziel mit dem Leader-Projekt „Umweltbildung für alle – Inklusion inklusive“ verwirklichen. Das Gesamtbudget beträgt 125.000 Euro, hauptsächlich finanziert aus EU-Mitteln der beiden Leader-Regionen „Leistende Gesellschaft“ (Geldern, Kevelaer, Nettetal und Straelen) und „Niederrhein: Natürlich lebendig“ (Alpen, Rheinberg, Sonsbeck und Xanten). Außerdem beteiligen sich die Stiftung „Umwelt und Entwicklung NRW“ mit 25 Prozent und der Nabu-Kreisverband Kleve mit zehn Prozent.

Nun arbeitet die Münsteranerin zum Beispiel mit den Bewohnern von St. Bernardin, erstellt Konzepte für eine barrierefreie Umweltbildung, geht in Schulen und bringt so den Menschen die Natur nahe. Erste Grundsteine für diese Arbeit sind gelegt, im nächsten Jahr steigt Kotzan richtig ins Programm ein, will es aber noch erweitern: „Wir suchen Kooperationspartner, die über Parks und Gartenanlagen verfügen“, sagt sie.

Ein Heimspiel ist für sie die weitläufige Anlage der Anlage von St. Bernardin, eine Wohneinrichtung für Menschen mit Behinderung in Trägerschaft der Caritas. „Ein toller Ort“, schwärmt Kotzan vom Bauerngarten, von den Hochbeeten und von den Bewohnern. Hier summt und brummt es in den blühenden Sträuchern, es wachsen alte Gemüsesorten, zahlreiche Blumen, ein Paradies für Insekten. Aber noch ausbaufähig.

Inzwischen hat die Umweltökologin schon ein inklusives Naturprojekt mit der Gelderland-Schule hinter sich, sie feilt an Kooperationen mit Volkshochschulen zum Beispiel in Form eines Familienworkshops Schnitzen, Angeboten zum Kochen mit alten Gemüsesorten oder Ferienveranstaltungen für Kinder zwischen acht und zwölf Jahren.

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„Ein gutes Projekt“, befindet der Vorsitzende der Lokalen Aktionsgruppe, Leo Giesbers, und hofft auf eine nachhaltige Wirkung. „Wir hoffen, dass es sich verselbstständigt und noch viele Jahre läuft.“ Doch dafür, macht Sabine Kotzan deutlich, bedarf es auch ehrenamtlicher Kräfte. „Leute, die uns donnerstags zwischen zwei und fünf unterstützen, können wir immer gebrauchen.“

Das gilt im kommenden Jahr mehr denn je, denn dann greifen weitere Angebote einer barrierefefreien Umweltbildung. Die Parkanlage von St. Bernardin bietet hierfür große Möglichkeiten. Kindergärten und Schulklassen können die Natur entdecken, Kinder im Freien auf ungewöhnliche Art einen Geburtstag feiern, und Mitmach-Workshops für Familien sind ebenso geplant wie Angebote für Senioren als Ausflüge und Gartentherapie. Sabine Kotzan: „Der inklusive Gedanke ist selbstverständlich, denn inklusive Angebote kommen allen zugute und ermöglichen gemeinsames Erleben von Menschen mit und ohne Behinderung.“

Nach einer Erprobungsphase sollen die Erfahrungen weiteren Akteuren der Umweltbildung zur Verfügung gestellt werden. Sie erhalten dann auch eine Unterstützung, um die Konzepte auf andere Parkanlagen oder Gärten der Region zu übertragen. Als solche Orte, um Menschen Natur näher zu bringen, kann sich Monika Hertel, die neue Vorsitzende des Klever Kreisverbandes des Nabu, zum Beispiel auch den Kurpark in Xanten oder einen Park in Kevelaer vorstellen. „Da sind einige ganz interessante und spannende Elemente“, befindet sie mit Blick auf die Wildblumenwiesen.

Mehr Informationen zu diesem Projekt und die Möglichkeit einer Kontaktaufnahme gibt es auf der Internetseite www.nabu-kleve.de. Außerdem bietet sich der Herbstmarkt an St. Bernardin am Sonntag, 23. September, ab 11 Uhr an.

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