Unsere Woche: Gute Wahl, schlechte Wahl

Unsere Woche : Gute Wahl, schlechte Wahl

Am Sonntag ist Bundestageswahl - und das Wichtigeste an diesem Tag ist, von diesem Recht auch Gebrauch zu machen.

Am Sonntag ist Bundestagswahl. Dieses Ereignis hat uns in den vergangenen Wochen sehr beschäftigt. Wir haben die Kandidaten vorgestellt, zum Teil auch mit persönlichen Fragen. Wir haben die Parteiprogramme durchleuchtet und die Auftritte der Direktkandidaten in der Region begleitet. Manches hat uns dabei - und sicherlich auch Ihnen - gefallen, manches weniger.

Da wäre zum Beispiel die erst gestern vorgestellte U-18-Wahl in Xanten. Der Leiter der Jugendkulturwerkstatt "eXit", Georg van Schyndel. hat sie initiiert. Mehr als 650 Schüler haben mitgemacht. Und noch mehr: Sie haben sich für Politik, für ihr Mitspracherecht interessiert. Das ist ein gutes Beispiel, wie man junge Leute motivieren kann. Ein anderes ist die Postkartenaktion der Jungen Union in Alpen. Dabei ging es nicht vorrangig um ein gutes Abschneiden der CDU, sondern um eine hohe Wahlbeteiligung - vor allem bei den jungen Wählern.

Weniger gefallen hat uns hingegen eine Plakataktion in Rheinberg. "Hier könnte ein Nazi hängen", steht auf Plakaten, die "Die Partei" unter anderem am Pfarrheim St. Peter an einer Laterne befestigt hat. Für Ihren Hintergrund: "Die Partei" ist eine Spaß-Organisation und handelt frei nach Kurt Tucholskys Überzeugung "Satire darf alles". Darf sie auch. Trotzdem ist das Plakat geschmacklos und bringt manche Rheinberger auf die Palme. Das gehe zu weit, sagen diese Rheinberger, die nicht die geringste Sympathie für Rechtsextremisten hegen.

Erstaunlich ist jedoch, dass das Partei-Plakat die Gemüter erregt, es aber offenbar niemanden stört, was die "Alternative für Deutschland" (AfD) im Bundestagswahlkampf in Alpen, Sonsbeck, Rheinberg und Xanten so alles propagiert. Ausländerfeindlichkeit, stumpfer Nationalismus, völkisches Gedankengut - das ist übelster Populismus und hat mit Demokratie nichts zu tun. Auch darüber sollten Sie, liebe Leser, einmal nachdenken, darüber könnten Sie mit anderen Menschen sprechen.

Nicht zur Diskussion steht aber das Recht zu wählen. In diesem Sinne: Gehen Sie am Sonntag zur Wahl, machen Sie sich für Ihre Interessen stark - alles andere wäre eine schlechte Alternative.

Schönes Wochenende!

JULIALOERCKS@RHEINISCHE-POST.DE UND UWE.PLIEN@RHEINISCHE-POST.DE

(RP)
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