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Café Glüxpilz in Xanten: „Wir haben einfach Bock, wieder zu arbeiten“

Café Glüxpilz in Xanten : „Wir haben einfach Bock, wieder zu arbeiten“

Das Café Glüxpilz in Xanten hat damit begonnen, einen Außer-Haus-Verkauf anzubieten. Donnerstags bis montags gibt es Kaffee und Kuchen zum Mitnehmen. Inhaberin Inga Jasper erklärt, warum sie jetzt damit anfängt.

Frau Jasper, manche Gastronomie ist wegen des Lockdowns komplett geschlossen, weil sich ein Außer-Haus-Verkauf nicht lohnt, auch das Glüxpilz war bisher zu. Nun starten Sie doch einen Außer-Haus-Verkauf. Warum?

Inga Jasper Ich war davon ausgegangen, dass wir am 22. März die Außengastronomie wieder öffnen dürfen. Das hatte die Politik Anfang März in Aussicht gestellt. Also habe ich die Ware dafür besorgt, alles vorbereitet. Meine Mitarbeiter und ich haben uns gefreut. Wir haben einfach Bock, wieder zu arbeiten. Jetzt ist die Außengastronomie zwar doch nicht erlaubt worden. Aber dann wollen wir wenigstens einen Außer-Haus-Verkauf probieren. Ich will meinen Mitarbeitern auch wieder eine Perspektive geben. Wir müssen ja irgendwie Geld verdienen. Ich will mich auch bei den Menschen für die Unterstützung während des Lockdowns durch die Spenden bedanken. Und schon nach der ersten halben Stunde merken wir, dass der Außer-Haus-Verkauf sehr gut angenommen wird.

Öffnen Sie jeden Tag?

Inga Jasper Fast jeden Tag. Wir öffnen donnerstags bis montags von 10 Uhr bis 16 Uhr. Ich will die Markttage am Donnerstag, Samstag und Montag nutzen, dann ist am meisten los in der Stadt. Dienstags und mittwochs haben wir geschlossen, damit ich Torten und Kuchen für die Verkaufstage vorbereiten kann.

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Es ist unklar, wann die Außengastronomie in NRW wieder öffnen darf. Tübingen arbeitet dagegen mit einem Tagesticket: Mit negativen Schnelltest darf man in den Biergarten. NRW denkt über so etwas nach. Was halten Sie davon?

Inga Jasper Ich kann nur für mich sprechen, mir wäre der Aufwand zu groß, wenn ich erst einen negativen Corona-Schnelltest besorgen müsste, um mich in ein Café oder einen Biergarten zu setzen. So etwas lebt viel von der Spontanität: Ich gehe mit einer Freundin durch die Stadt, sehe ein Café und denke mir, lass uns einen Kaffee trinken. Wenn ich dafür erst in der Apotheke einen Schnelltest kaufen muss, weil ich den einen kostenlosen Schnelltest pro Woche schon gemacht habe und er nur für 24 Stunden gilt, dann überlege ich mir das dreimal, ob ich es wirklich mache. Und ich plane nicht eine Woche vorher, dass ich am nächsten Samstag in die Stadt gehe und meinen kostenlosen Corona-Schnelltest dafür aufbewahren muss. Ich glaube aber, dass man die Außengastronomie trotzdem wieder öffnen könnte, weil das Infektionsrisiko gering ist. Der Abstand zwischen den Tischen ist so groß, dass man sich nicht anstecken kann.