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Xanten: Betriebe zwischen Hoffen und Bangen

Corona-Krise : Betriebe zwischen Hoffen und Bangen

Es sind neue Regeln erlassen worden, um eine Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen. Sie schränken das öffentliche Leben weiter ein. Wie gehen Händler und Gastronomen damit um? Sie passen sich an, fürchten um ihre Betriebe, appellieren an ihre Kunden. Beispiele aus Xanten.

Die Bevölkerung ist aufgerufen, ihre sozialen Kontakte einzuschränken. Aber die Händler in der Innenstadt leben vom Publikumsverkehr. Martina Bartussek veröffentlichte am Montag deshalb einen Appell auf Facebook: „Auch mir macht Corona Angst“, schrieb die Inhaberin des Spielzeuggeschäfts Hampelmann am Markt in Xanten. „Denken Sie an uns kleinen Einzelhändler, bevor Sie irgendwo bestellen.“ Die Kunden müssten gar nicht ins Geschäft kommen, um bei ihr etwas zu kaufen. Ihre Mitarbeiter und sie würden die Waren auch nach Hause liefern, im Stadtgebiet ab einem Warenwert von 30 Euro, bis Alpen-Menzelen ab 50 Euro. „Das Lager ist jetzt vor Ostern voll“, erklärte Martina Bartussek im Gespräch mit der Redaktion. „Vielen Dank für Ihre Unterstützung.“

Blick ins Café Glüxpilz in Xanten. Foto: RP/Markus Werning

Cafés, Restaurants und Hotels dürfen weiter öffnen, allerdings unter Auflagen, so wie hier im Café Glüxpilz in der Marsstraße zu sehen: Am Eingang steht ein Tisch mit Desinfektionsmitteln, eine Anleitung liegt dabei. „Wir bitten jeden Gast beim Betreten des Cafés, sich die Hände zu desinfizieren“, erklärte Inhaberin Inga Jasper. Auf Anweisung der Behörden müssen sie und die anderen Gastronomen auch von jedem Gast die Kontaktdaten aufnehmen, damit diese nachträglich kontaktiert werden können, falls eine Infektion auftritt. Im Glüxpilz ist außerdem der Kinderspielraum bis auf Weiteres geschlossen. „Diese Maßnahmen dienen dem Schutz aller. Wir hoffen, dass wir gut durch diese Krise kommen“, schrieb Jasper. „Wir wünschen allen gute Gesundheit.“

Gemüsehändler Heike und Theo Cleve. Foto: RP/Markus Werning

Wochenmärkte dürfen zwar weiter stattfinden, aber in Xanten wurden Einschränkungen erlassen, um das Risiko einer Corona-Ausbreitung zu senken. Und so mussten einige Händler ihren Stand am Montag schon nach kurzer Zeit wieder abbauen. Bleiben durften nur diejenigen, die Waren für die Daseinsfürsorge anbieten – also Lebensmittel. Zum Beispiel die Obst- und Gemüsehändler Heike und Theo Cleve aus Geldern. Dreimal pro Woche stehen sie auf dem Marktplatz, und auch sie erleben derzeit Hamsterkäufe: Sie hätten noch nie so viele Kartoffeln verkauft wie in den vergangenen acht Tagen, berichtete Theo Cleve. Er habe am Montag deshalb schon mehr Säcke als sonst mit nach Xanten genommen. Der Nachschub sei aber gesichert: „Ich habe die Halle noch voll mit Kartoffeln.“ Einige Meter weiter packte Jürgen Fritze seine Sachen dagegen wieder ein. Seine Blumen gelten nicht als Waren der Daseinsfürsorge. Die Unsicherheit war ihm anzusehen. Täglich sei er auf Wochenmärkten und verkaufe darüber seine Blumen, berichtete der Sonsbecker. Wenn er das nicht mehr dürfe, wisse er nicht, wie es weitergehen solle.