1. NRW
  2. Städte
  3. Xanten

Xanten: Verhaltener Start für die Gastronomie nach Corona-Zwangspause

Wiedereröffnung in Xanten : Verhaltener Start für die Gastronomie

Am Montag hatten erst wenige Cafés und Restaurants in Xanten wieder geöffnet, in den nächsten Tagen wollen weitere folgen. Sie müssen zahlreiche Auflagen erfüllen. Es bleibt eine schwierige Zeit für die Gastronomie.

Als Anne Moll an Montag ihr Café in Xanten wieder öffnet, liegen vier anstrengende Tage hinter der Unternehmerin und ihren Mitarbeitern. Am Mittwoch hatte die NRW-Landesregierung angekündigt, dass die Restaurants und Cafés ab dieser Woche wieder öffnen dürfen, dass sie dafür aber einige Auflagen erfüllen müssen. „Wir haben sofort am Donnerstag losgelegt und durchgearbeitet“, sagt Moll.

Schließlich gab es viel zu tun: Die Räume hätten sie komplett gereinigt, die Abstandsmarkierungen auf den Boden geklebt, einige Tische hinausgetragen, die anderen zur Seite geschoben, damit ausreichend Abstand zwischen den Plätzen ist, berichtet Moll. Sie hätten Mundschutzmasken und Desinfektionsmittel besorgt, die Erklärungen für die Kunden geschrieben, die Listen vorbereitet, auf denen die Gäste ihre Kontaktdaten angeben müssen, das ist von den Behörden vorgeschrieben worden, damit Kontaktpersonen ermittelt werden könne, falls ein Corona-Fall auftritt – und und und. Das eigentliche Café-Angebot hätten sie natürlich auch noch vorbereitet. „Wir haben bis Sonntag gerödelt.“ Damit sie am Montag wieder öffnen können. Zum ersten Mal seit eineinhalb Monaten.

Wegen der Corona-Pandemie hatte die Gastronomie im März schließen müssen. Auch das Café Moll. Selbst der Verkaufsraum blieb zu. Die Unkosten wären höher gewesen als die Einnahmen, sagt Moll. In den folgenden Wochen habe sie viel Zeit gehabt, um nachzudenken. „Über die Zukunft und das Jahr, wie es sich wohl noch entwickeln wird.“ Für die Gastronomie ist es eine schwierige Zeit. Über Wochen kam kein Euro mehr in die Kasse, aber laufende Kosten wie die Miete blieben. Umso sehnlicher wurde der Tag herbeigesehnt, an dem die Restaurants und Cafés wieder öffnen dürfen. Nun ist es soweit – und trotzdem wird es für die Branche schwierig bleiben.

Damit die vorgeschriebenen Abstandsregeln eingehalten werden, können die Gastronomen nur einen Teil der Plätze anbieten. Moll hat drinnen und auch auf der Terrasse nur die Hälfte der Tische stehen. Sie kann also maximal die Hälfte ihrer bisherigen Einnahmen erwirtschaften, während „die Unkosten weiter laufen“. Sie müsse deshalb erst einmal sehen, „ob wir mit Plus-Minus-Null herauskommen können“. So geht es auch anderen Gastronomen in der Region. Sie berichten, dass der Aufwand groß sei, um die Hygiene- und Abstandsregeln umzusetzen, und dass sie noch nicht wüssten, ob es sich wirtschaftlich überhaupt lohne, unter diesen Bedingungen wieder zu öffnen.

Es ist Montagsmittag. Trotz des Wochenmarkts ist es ruhig in Xantens Innenstadt. Außer Moll haben erst wenige Cafés und Restaurants wieder geöffnet, das Teatro zum Beispiel. Andere wollen in den nächsten Tagen folgen, unter anderem das Glüxpilz, das Karthaus X², die Xantener Stuben, das Plaza del Mar. Im Laufe der Woche soll auch das Wetter schöner werden. An diesem Montag lädt es nicht gerade zu einem Spaziergang ein. Trotzdem waren einige Gäste schon am Vormittag im Café gewesen, haben belegte Brötchen und Kuchen gegessen, berichtet Moll. „Es ist aber kein Vergleich zu dem, was vorher war“, sagt sie und meint: vor der Corona-Krise. Aber so werde es vielleicht auch erst wieder sein, wenn ein Impfstoff gegen das Virus gefunden sei.

Jeden Tag alle Nachrichten zur Corona-Krise in Ihrer Stadt – bestellen Sie jetzt unseren kostenlosen Newsletter „Total Lokal“ mit täglicher Corona-Sonderausgabe!